08.05.2026

Wie kann digitale Unterstützung dazu beitragen, schwerkranke Menschen in ihrer vertrauten Umgebung noch besser zu versorgen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt IMPULS-NRW, das die spezialisierte ambulante Palliativversorgung in Nordrhein-Westfalen digital weiterentwickelt. Beim Frühlingssymposium am 22. April 2026 kamen die Projektpartner:innen zusammen, um den aktuellen Stand, nächste Meilensteine und erste Erfahrungen aus der Versorgungspraxis zu diskutieren.
Gebündeltes Wissen
IMPULS-NRW verbindet universitäre Expertise, ambulante palliativmedizinische Versorgungsteams und Softwareentwicklung. Hier wird ein palliativmedizinisches Netzwerk zwischen den Universitätskliniken Münster und Essen, drei ländlichen SAPV-Teams aus dem Münsteraner Umland (die Palliativmedizinischen Konsiliardienste Coesfeld, Nordmünsterland und Emsdetten-Saerbeck-Greven) sowie dem Softwarehersteller uhb Software GmbH geschlossen und mit Mitteln der Europäischen Union finanziert.
Ziel ist es, digitale Erweiterungen in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung zu erproben, in bestehende Versorgungsstrukturen zu integrieren und langfristig nutzbar zu machen. Im Mittelpunkt steht dabei die digitale Palliativplattform ISPC, die um -Funktionen, Telemonitoring und Möglichkeiten für Televisiten erweitert wird. So sollen Versorgungswege erleichtert, Fachkompetenz schneller verfügbar gemacht und insbesondere regionale und ländliche Versorgungsstrukturen gestärkt werden.
Beste Unterstützung mit digitalen Mitteln
Dass IMPULS-NRW inzwischen deutlich Fahrt aufgenommen hat, zeigte das Frühlingssymposium eindrucksvoll: Die App wird aktuell an allen vier Standorten aktiv eingesetzt, und bereits mehr als 50 Personen konnten in das Projekt eingeschlossen werden. Damit rückt ein zentrales Anliegen des Projekts in die Praxis: digitale Anwendungen nicht als Selbstzweck, sondern als konkrete Unterstützung für Patient:innen, Angehörige und Versorgungsteams nutzbar zu machen.
„Die ePROMs helfen uns, genauer hinzuschauen: Manchmal zeigen sich Diskrepanzen zwischen Fremd- und Selbsteinschätzung, etwa bei Müdigkeit, oder diffuse Symptomlasten, die körperliche, psychische, soziale und spirituelle Aspekte verbinden. Dadurch entstehen gezieltere Gespräche, passgenauere Assessments und schnellere Anpassungen der Maßnahmen – bis hin dazu, dass Schmerzen früher wieder kontrolliert werden können. Gleichzeitig erleben Patient:innen mehr Selbstwirksamkeit und Autonomie“, berichtet ein beteiligter Palliativversorgender.
Breites Projektspektrum
Das Programm des Symposiums spiegelte die Breite des Projekts wider. Neben dem Projektstatus und den nächsten Meilensteinen standen unter anderem konkrete in der Versorgung, Spiritualität in der Palliativversorgung, die Relevanz elektronischer (ePROMs) sowie erste Einblicke in statistische Auswertungen auf der Agenda. Den Abschluss bildete ein offener Austausch, der Raum für Fragen, Erfahrungen und gemeinsame Perspektiven bot.
Die bisherigen Fortschritte machen deutlich: Digitale Innovation kann dort besonders wirksam werden, wo sie eng an realen Versorgungsbedarfen ausgerichtet ist. IMPULS-NRW schafft dafür ein starkes Netzwerk – mit dem Ziel, Palliativversorgung in NRW vernetzter, zugänglicher und Patient:innen-zentrierter zu gestalten.
Weitere Informationen
Unsere neue KI-gestützte Informationsplattform zu klinischen Studien in NRW finden Sie unter www.klinische-studien.nrw.
Aktuell befindet sich die Plattform in der offenen Testphase. Wir freuen uns auf Ihr Feedback:
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