03.03.2026
„Während früher vor allem Medikamente eingesetzt wurden, die ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt wurden, stehen seit etwa acht Jahren gezielt gegen Migräne entwickelte Therapien zur Verfügung“, erklärt Prof. Dr. Hans-Christoph Diener. Er ist Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und ehemaliger Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen.
Die Forschenden stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Patient:innen diesen neuen, migränespezifischen Therapien häufiger langfristig treu bleiben als älteren, unspezifischen Behandlungen, da die neuen Therapien besser vertragen werden. Auch Menschen, bei denen frühere vorbeugende Therapien nicht ausreichend gewirkt haben, profitieren oft von den neuen Wirkstoffen.
Beschwerdefreiheit als Ziel
Noch werden präventive Behandlungen eher selten eingesetzt. Dabei haben sich besonders sogenannte CGRP-gerichtete Medikamente (gegen das ) als wirksam und gut verträglich erwiesen. Bei vielen Betroffenen sinkt die Zahl der Migränetage pro Monat deutlich. Derzeit gilt es als Erfolg, wenn sich die Migränetage pro Monat um mindestens 50 Prozent reduzieren, bei chronischer Migräne um 30 Prozent. Langfristig zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab: Statt einer 50-prozentigen Reduktion der Migränetage ist das Ziel eine weitgehende Beschwerdefreiheit für die Patient:innen.
Die stärkere Nutzung wirksamer medikamentöser und nicht-medikamentöser Präventionen könnte dazu beitragen, Migräne langfristig besser zu kontrollieren, das Risiko einer Chronifizierung zu senken und die Lebensqualität vieler Betroffener spürbar zu verbessern.
Weiterhin Forschungsbedarf
Trotz großer Fortschritte bestehen noch wichtige Wissenslücken, stellen die Autor:innen fest. Ein Teil der Patient:innen spricht nicht ausreichend auf die verfügbaren vorbeugenden Therapien an. „Das deutet darauf hin, dass bei Migräne unterschiedliche biologische Signalwege beteiligt sind und weitere therapeutische Zielstrukturen und Biomarker erforscht werden müssen“, so Prof. Diener.
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