Ziele der Förderung
Die Europäische Partnerschaft (ERA4Health) zielt darauf ab, die Aktivitäten von Förderorganisationen im Europäischen Forschungsraum (EFR) flexibel und wirksam zu koordinieren. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird transnationale Verbundforschung in Europa durch eine gemeinsame Programmplanung gefördert, die prioritäre Felder der öffentlichen Gesundheit in Europa adressiert.
Das übergeordnete Ziel dieser Förderung ist es, die Belastung durch Übergewicht und Adipositas in Europa zu reduzieren. Dazu soll das Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen verbessert werden, um langfristig innovative präventive Maßnahmen und neue therapeutische Ansätze zu ermöglichen.
Die Ergebnisse werden evidenzbasierte Entscheidungsprozesse unterstützen, um das Paradigma des Managements von Übergewicht und Adipositas von einem „reaktiven“ zu einem „proaktiven“ Ansatz zu verändern. Um möglichst früh und zielgerichtet ansetzen zu können, sollen Schlüsseldeterminanten für die Gewichtsentwicklung identifiziert und effektive öffentliche Maßnahmen und Gesundheitsinitiativen entwickelt werden.
Was wird gefördert?
Gefördert wird eine begrenzte Anzahl von transnationalen und interdisziplinären Forschungsverbünden, die sich mit einem der folgenden Themen beschäftigen:
Thema 1: Verständnis der Ursachen von Adipositas und Übergewicht und deren Komplikationen durch mechanistische Forschung
- Erforschung der biologischen Mechanismen, einschließlich chronobiologischer, genetischer und/oder epigenetischer Mechanismen, die der Entstehung und dem Fortschreiten von Übergewicht und Adipositas sowie den damit verbundenen Erkrankungen zugrunde liegen. Sekundäre Faktoren mit potenziellem Einfluss auf biologische Mechanismen wie das Lebensumfeld, der Lebensstil oder psychologische Faktoren sollten ebenfalls berücksichtigt werden, wenn sie relevant sind.
- Untersuchung der Fragen, wie Übergewicht und Adipositas zur Entwicklung der damit verbundenen klinischen Komplikationen beitragen und/oder den Wirkmechanismus von Therapeutika gegen andere Krankheiten beeinflussen.
Thema 2: Präventions- und Public-Health-Strategien zur Vorbeugung von Gewichtszunahme in kritischen Übergangsphasen im Leben
- Verständnis und Beeinflussung vernachlässigter Determinanten, einschließlich ihrer Wechselwirkungen, bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Übergewicht und Adipositas in den kritischen Übergangsphasen des Lebens;
- Entwicklung neuer Instrumente oder Präventionsstrategien, die gegen den Beginn und das Fortschreiten von Übergewicht und Adipositas in kritischen Übergangsphasen des Lebens eingesetzt werden können.
Für beide Unterthemen des Themas 2 gilt: Die Projektskizzen müssen sich auf kritische Übergangsphasen des Lebens beziehen. Sie sollten auf biologische Veränderungen (zum Beispiel nach der Geburt, Menopause, Andropause) oder auf Veränderungen der Lebensumstände (zum Beispiel Zeitraum während und nach Schwangerschaft(en), Diagnose einer chronischen Krankheit, Genesung von einer Krankheit, Ruhestand usw.) zurückzuführen sein.
Wichtige Voraussetzungen für die Förderung
Zur Bearbeitung der geplanten Projekte müssen mindestens drei einschlägig qualifizierte Partner in einem Verbund kooperieren. Zudem müssen diese drei Partner aus drei unterschiedlichen Ländern stammen. Mindestens zwei Forschungspartner eines Verbunds müssen aus einem EU-Mitgliedstaat oder aus einem mit Horizont Europa assoziierten Partnerland stammen.
Ein Verbund darf aus maximal fünf Forschungspartnern bestehen. Die maximale Anzahl an Partnern kann auf sechs oder sieben erhöht werden, wenn ein oder zwei Partner integriert sind, die bei folgenden Förderorganisationen zuwendungsberechtigt sind: Estonian Research Council (ETAG, Estland), Slovak Academy of Sciences (SAS, Slowakei) und National Science and Technology Council of Taiwan (NSTC, Taiwan).
Es ist pro Verbund eine Arbeitsgruppe aus Deutschland angestrebt. Sollte es notwendig sein, dass zwei Partner aus Deutschland teilnehmen, erhöht sich die maximale Fördersumme pro Verbund nicht.
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