Köln: Was können wir von Alters-Athlet:innen über gesundes Altern lernen?

Wie viel körperliche Leistungsfähigkeit lässt sich erhalten? Welche Faktoren können beitragen, die gesunde Lebensspanne zu verlängern?

TaFMAC-Forschungsteam während der World Masters Athletics Championships in Daegu, Südkorea
TaFMAC-Forschungsteam während der World Masters Athletics Championships in Daegu, Südkorea, 2026. © DLR

Wie können wir unsere körperliche Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Fitness im Laufe des Älterwerdens möglichst lange erhalten? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Track and Field Masters Athletic Cohort (TaFMAC Study) – einer auf zehn Jahre angelegten internationalen DLR-Feldstudie, die Fitness, Training und Gesundheit von Masters-Athlet:innen untersucht.

Masters-Athlet:innen – also Leistungssportler:innen, die auch über das für ihre Sportart übliche „reife“ Wettkampfalter hinaus trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen – bieten eine einzigartige Möglichkeit, gesundes Altern zu erforschen. Während sich Ausdauer, Muskelkraft, Beweglichkeit, Gleichgewicht und die Gefäßfunktion mit zunehmendem Alter typischerweise verschlechtern, bewahren viele ältere Athlet:innen ein bemerkenswert hohes Maß an körperlicher Leistungsfähigkeit, kognitiver Gesundheit und Wohlbefinden. Ihr lebenslanges Engagement für Training und körperliche Aktivität liefert wertvolle Erkenntnisse darüber, welche Faktoren dazu beitragen können, die menschliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und die gesunde Lebensspanne zu verlängern.

Die World Masters Athletics Championships

In diesem Jahr reiste das TaFMAC-Forschungsteam nach Daegu in Südkorea zu den World Masters Athletics Championships. Die Athlet:innen hatten dort die Möglichkeit, an einer umfassenden Testreihe teilzunehmen. Untersucht wurden unter anderem die aerobe Leistungsfähigkeit, Muskelkraft sowie die Herz-Kreislauf- und Gefäßfunktion und die Lungenfunktion. Durch die Beobachtung der Athlet:innen über einen Zeitraum von zehn Jahren können die Forschenden untersuchen, wie sich Fitness, Training und Gesundheit im Laufe der Zeit verändern – und welche Faktoren dazu beitragen können, die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und das Krankheitsrisiko im Alter zu reduzieren.

Die Forschungsergebnisse wurden außerdem bei einem eigenen Symposium im Rahmen der World Masters Athletics Championships vorgestellt. Professor Dominik Pesta, Ph.D., vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin und der Universität zu Köln, sowie Professor Hiro Tanaka, Ph.D., vom Department of Kinesiology and Health Education der University of Texas at Austin, präsentierten Erkenntnisse und Perspektiven zum gesunden Altern und zum Erhalt der menschlichen Leistungsfähigkeit über die gesamte Lebensspanne. Das Symposium, das künftig als fester Bestandteil der Meisterschaften etabliert werden soll, brachte Athlet:innen sowie Wettkampfverantwortliche zusammen. Sie zeigten großes Interesse an der Forschung und an den Erkenntnissen, die sich aus der Untersuchung von Masters-Athlet:innen für das gesunde Altern ableiten lassen.

Alterungsprozesse und Raumflüge

Doch was haben Masters-Athlet:innen mit Astronaut:innen gemeinsam? Beide erleben einen beschleunigten physiologischen Abbau – ausgelöst durch das Älterwerden beziehungsweise durch die Schwerelosigkeit im All. Und beide setzen alles daran, ihre körperliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu erhalten. Die TaFMAC-Studie untersucht daher auch die Parallelen zwischen Alterungsprozessen und Raumflügen, insbesondere im Hinblick auf Veränderungen der Muskel-, Knochen-, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselfunktion. Die Untersuchung von Menschen, die trotz der Herausforderungen des Älterwerdens ein hohes Maß an körperlicher Leistungsfähigkeit bewahren, kann dabei helfen, die Mechanismen menschlicher Widerstandsfähigkeit besser zu verstehen – sowohl auf der Erde als auch im Weltraum.

Wichtig: Masters-Athlet:innen zeigen uns nicht, wie wir das Altern stoppen können. Sie zeigen uns vielmehr, wie viel körperliche Leistungsfähigkeit sich erhalten lässt.

Die TaFMAC-Studie wird von der Abteilung Metabolismus und menschliche Leistungsfähigkeit am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin geleitet. Als Kooperationspartner ist die Abteilung für Kardiovaskuläre Luft- und Raumfahrtmedizin beteiligt. Zu den internationalen Partnern gehören die University of Texas at Austin (USA), die University of Saskatchewan und die Brandon University (Kanada) sowie die California State University, Bakersfield (USA). Im Jahr 2026 arbeitet das Forschungsteam außerdem mit der Juntendo University (Japan) sowie der Yonsei University, der Yeungnam University und der Keimyung University (Südkorea) zusammen. Unterstützt wird das Projekt von Galileo Training / Novotec Medical GmbH (Deutschland).


Weitere Informationen

Der Leuchtturm Alternsmedizin.NRW widmet sich der zentralen demographischen Herausforderung der Gesundheit im Lebensverlauf und im Alter.

Gleichzeitig dient der Leuchtturm als zentrale Plattform für Vernetzung und Austausch in NRW.

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