BMFTR: „Geschlechtersensible Krebsforschung“– Nationale Dekade gegen Krebs

Mit dieser Förderrichtlinie wir dazu beigetragen, die bestehenden relevanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern zukünftig stärker und systematischer im klinischen Alltag berücksichtigen zu können.

Abgabetermin:
30.06.2026
Fördergeber:
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Fördergebiet:
Deutschland
Förderdauer:
2 Jahre
Antragsberechtigte:
staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft

Ziele der Förderung

Das Ziel dieser Förderrichtlinie ist es, den präklinischen, klinischen und soziokulturellen Erkenntnisgewinn in der biomedizinischen Forschung unter Berücksichtigung von geschlechtersensiblen Aspekten voranzubringen und damit ein innovatives Forschungsfeld zu erschließen. Dies soll Voraussetzungen schaffen, um die geschlechtersensible onkologische Versorgung zukünftig zu verbessern. Gleichzeitig sollen Anreize für den Aufbau einer interdisziplinären Forschungsszene geschaffen werden, die sich mit Aspekten wie Geschlecht und Gender in der Onkologie ausein­andersetzt. Zudem soll die Forschungsqualität in dem Bereich durch das Einbringen der Perspektive und Erfahrung von Patientinnen und Patienten angehoben werden.

Was wird gefördert?

Gefördert werden primär interdisziplinäre Verbundforschungsprojekte in der medizinischen Onkologie. In begründeten Einzelfällen sind Einzelvorhaben möglich. Einzelvorhaben müssen belegen, dass eine ausgewiesene Expertise in der onkologischen Forschung vorhanden ist und darstellen, wie die Anwendungsorientierung im Projekt gewährleistet werden soll. Die Vorhaben sollen innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren national vorhandene Expertisen und Ressourcen bündeln und ein deutliches Potenzial aufweisen, die Herausforderungen und Hindernisse bei der Berücksichtigung geschlechtersensibler Aspekte in der onkologischen Forschung überwinden zu können. Die Vorhaben sollen so ausgerichtet sein, dass ihre Forschungsergebnisse in Richtung klinischer oder wirtschaftlicher Verwertung beziehungsweise gesellschaftliche Anwendung weiterentwickelt und Anwendungsbereiche, Anforderungen oder Märkte erschlossen werden können.

Forschungsverbünde sollen aus maximal vier Arbeitsgruppen bestehen, die interdisziplinär an den Schnittstellen von Grundlagenforschung und klinischer Forschung zusammenarbeiten. Mögliche Fachbereiche sind unter anderem: Biologie, Klinische Onkologie, Stoffwechselforschung, Immunologie, Endokrinologie, Epidemiologie, Pharmakologie, Public Health, Sozialwissenschaften.

Eine gezielte Förderung von Postdocs und Clinician Scientists ist möglich und sinnvoll.

Die Verbünde sollen eine bisher ungelöste Herausforderung adressieren und mithilfe moderner Methoden verfolgen. Die Arbeit im Verbund soll auf gemeinsam festgelegte Ziele, Fragen und einen gemeinsamen klinisch orientierten Forschungsgegenstand ausgerichtet sein. Die gezielte Nutzung bereits etablierter Strukturen sowie existierender Datensätze, Patientenregister, Kohorten und Bioproben ist für die Bearbeitung der Forschungsfragen vorzusehen.

Eine geschlechtersensible Betrachtung von Krebserkrankungen umfasst präklinische und/oder klinische Forschung. Mögliche Beispiele dafür sind:

  • Untersuchung des Einflusses von exogenen Faktoren auf die geschlechtersensible Prävention oder Behandlung von Krebserkrankungen: zu solchen Faktoren gehören beispielsweise Toxine, Medikamente, Hormone, körperliche Aktivität, Schlaf, Ernährung, Stress.
  • Aufklärung der geschlechtsbezogenen Tumorbiologie (zum Beispiel molekulare Mechanismen geschlechtsspezi­fischer Tumorentstehung, epigenetische Einflüsse, Immunantworten) bei Tumoren, die alle Geschlechter betreffen;
  • Analyse des Einflusses von Geschlecht und Gender auf Therapieansprechen, Nebenwirkungsprofile, Teilnahme an klinischen Studien, Berücksichtigung des Fertilitätserhalts;
  • Erarbeitung von präklinischen Modellen, welche geschlechtssensible Aspekte berücksichtigen;
  • Untersuchung des Einflusses von Geschlecht und Gender auf Prävention, Diagnosestellung, Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen, Umgang mit Krebserkrankungen, Outcome von Krebserkrankungen oder auf die Lebensqualität;

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMFTR derzeit den DLR Projektträger beauftragt.

Frau Dr. Isabel Aller
Herr Dr. Roland Bornheim
Telefon: 0228/3821-2560
gskrebsforschung@dlr.de

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