17.03.2026

© UDE/Phyllis Fung-Yi Cheung und Prof. Dr. Jens Siveke
Bauchspeicheldrüsenkrebs weist die niedrigste Überlebensrate unter allen Krebserkrankungen auf. Obwohl nur etwa vier Prozent der Krebsneuerkrankungen die Bauchspeicheldrüse betreffen, ist das Pankreaskarzinom in Deutschland die vierthäufigste Todesursache bei Krebs. Die Deutsche Krebshilfe reagiert mit einer großen Forschungsallianz. Im Zuge der Deutschen Allianz Pankreaskarzinom fördert sie drei Konsortien mit 33,5 Millionen Euro. Darunter ist auch das Projekt ONCOverse, an dem Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen maßgeblich mitwirken. In das ONCOverse fließen 16,2 Millionen Euro, davon erhält das Essener Team 6,2 Millionen Euro.
Neuer umfassender Datenraum
Das von Essen aus geleitete Konsortium „ONCOverse: Patientenzentrierte und intuitive Evidenzgenerierung für Bauchspeicheldrüsenkrebs“ entwickelt eine digitale Versorgungsplattform, die Forschung und Klinik eng verzahnt. ONCOverse sammelt Daten aus dem Behandlungsalltag: Patient:innen dokumentieren ihr Befinden. Ärzt:innen erfassen Tumoreigenschaften, Therapien und Verläufe. Das Besondere dabei: alle Daten werden interoperabel gemacht, können also gemeinsam genutzt werden. So entsteht ein umfassender Datenraum.
Die Forschenden um Projektleiter Prof. Dr. Jens Siveke vom Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) des Universitätsklinikums Essen und Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) möchten so klären, welche Tumor- und Patient:inneneigenschaften wichtig für Therapieentscheidungen sind und welche Therapie bei welchem Tumor am besten wirkt. Langfristig sollen Behandlungen präziser auf die individuelle Tumorsituation zugeschnitten werden. Die Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs kann so verbessert werden.
Einbindung Betroffener von Anfang an
Im Kern geht es um Evidenzgenerierung. Das heißt um belastbare wissenschaftliche Belege aus der realen Versorgung. Statt auf isolierte Studien setzen die Wissenschaftler:innen mit ONCOverse auf kontinuierliche Datenerhebung im Klinikalltag. Moderne Analysemethoden helfen, Muster zu erkennen und Therapiewege zu vergleichen, auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Ein besonderes Merkmal: Betroffene sind von Beginn an eingebunden. Ihre Perspektive soll sicherstellen, dass neue Versorgungsmodelle tatsächlich den Bedürfnissen der Erkrankten entsprechen.
Das ONCOverse-Team bündelt die Expertise von Partner:innen aus den Universitätskliniken Dresden, Essen, Halle (Saale), Hamburg-Eppendorf, Heidelberg, Kiel/Lübeck, Köln und Tübingen sowie von der Technischen Universität München (TUM). Weiterhin bestehen Kooperationen mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen NCT Heidelberg, dem Forschungszentrum Jülich, dem Herz- und Diabeteszentrum HDZ Nordrhein-Westfalen sowie Partnern der Dutch Pancreatic Cancer Group Amsterdam, Maastricht und Leiden.
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