07.07.2026

© UKM | Wibberg
Chronische Gefäßverschlüsse (, CTOs) verursachen weltweit jährlich mehr als 100.000 Todesfälle und rund sechs Millionen nicht tödliche Komplikationen. Neue Technologien können dazu beitragen, medizinische Eingriffe in diesem Feld sicherer, präziser und schonender zu gestalten. Bereits seit Februar arbeiten verschiedene Partner aus Deutschland und den Niederlanden im Rahmen des Projekts ORION () gemeinsam an einer innovativen Lösung für die Behandlung komplexer Gefäßverschlüsse. Das auf drei Jahre angelegte Forschungs- und Entwicklungsprojekt verfügt über ein Gesamtvolumen von 2,7 Millionen Euro und wird im Rahmen von Interreg Deutschland-Nederland gefördert.
Ende Juni hat das Kick-off im Universitätsklinikum Münster (UKM) stattgefunden. Im Rahmen des Projektstartes hat das gesamte Konsortium, bestehend aus der Medizinische Fakultät der Universität Münster, dem UKM, der beemo GmbH, Benchmark Electronics B.V., der FH Münster, Flux Robotics B.V. und Stichting Saxion, die nächsten Schritte abgestimmt.
Fortschritt durch interdisziplinäres Arbeiten
Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit der internationalen Partner aus Forschung, Gesundheitswesen und Medizintechnik steht die Entwicklung neuer technologischer Ansätze für die Behandlung von CTOs. Deren Therapie stellt Ärztinnen und Ärzte häufig vor große Herausforderungen. Eine davon ist, oftmals starre Führungsdrähte manuell durch stark verkalkte Gefäße zu führen. Ein komplexes Verfahren, das mit Risiken wie Gefäßverletzungen oder erfolglosen Eingriffen verbunden sein kann. Mit ORION entwickelt das Konsortium einen neuen technologischen Ansatz. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Robotersystems, das speziell auf die sichere und präzise Behandlung von CTOs ausgelegt ist. Die Technologie verbindet moderne Bildgebung, künstliche Intelligenz und robotische Unterstützung. Basierend auf CT-Aufnahmen wird ein dreidimensionaler Behandlungspfad erstellt und in Echtzeit mit Live-Röntgenbildern kombiniert. So soll ein flexibler Mikrokatheter magnetfeldgesteuert durch die betroffenen Gefäßbereiche navigiert werden.
Das ORION-Projekt zeigt, welches Innovationspotenzial entsteht, wenn Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft ihre Expertise über Ländergrenzen hinweg zusammenbringen. Gemeinsam stärken wir so aus der deutsch-niederländischen Region heraus die Innovationskraft, schaffen die Grundlage für medizinische Lösungen von morgen und bieten Patientinnen und Patienten auf diesem Weg einen echten Mehrwert.
Erste Daten machen Hoffnung
Erste präklinische Daten deuten auf viele mögliche Verbesserungen hin: Das neue Verfahren könnte das Risiko von Gefäßverletzungen deutlich senken, die Dauer der Eingriffe reduzieren und gleichzeitig die Strahlenbelastung für Patient:innen sowie medizinisches Personal erheblich verringern.
„Dieses neue Verfahren hat das Potenzial, die Behandlung komplexer Gefäßverschlüsse zu revolutionieren“, sagt Prof. Alexander Oberhuber. Ein wichtiger Teil der Arbeit der kommenden drei Jahre sind die technologische Weiterentwicklung und die umfassende Validierung des Systems. Neben dem medizinischen Fortschritt stehen dabei auch die Vernetzung sowie die Stärkung grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Fokus.
Die Projektergebnisse werden über Veranstaltungen, digitale Kommunikationsmaßnahmen und weitere Transferaktivitäten kontinuierlich einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht.
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