06.08.2026

© Universität Duisburg-Essen | Alexandra Roth
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat Jun.-Prof. Dr. Lisa Becker von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) in ihr Emmy Noether-Programm aufgenommen. Mit dem Förderprogramm unterstützt die größte deutsche Forschungsfördereinrichtung herausragende Nachwuchswissenschaftler:innen, eine Forschungsgruppe aufzubauen und sich zu etablieren. Für ihr Projekt erhält Becker von August 2026 bis Juli 2032 rund 1,4 Millionen Euro. Die Fördermittel fließen an ihr Labor in der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Essen.
Wie funktioniert die Kommunikation?
Jun.-Prof. Dr. Lisa Becker forscht zu schwarzem Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen nicht die Tumorzellen, sondern die Blutgefäße, die den Tumor versorgen. Sie können wie Tore für Immunzellen verstanden werden. Die Professorin untersucht, wie die Zellen der Blutgefäßwand mit T-Zellen kommunizieren und dadurch deren Funktion im Tumor beeinflussen. T-Zellen sind spezialisierte Abwehrzellen des Immunsystems, die Krebszellen erkennen und zerstören können. Wenn T-Zellen über die Blutgefäße nicht in den Tumor gelangen oder dort nicht ausreichend aktiviert werden, verliert auch die Immuntherapie an Wirksamkeit. Dort setzt das Team um Jun.-Prof. Dr. Becker an.
Stoffwechsel im Fokus
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Stoffwechsel der Zellen. Die Forschenden aus Essen möchten verstehen, wie Stoffwechselvorgänge das Zusammenspiel zwischen Tumor-, Blutgefäß- und Immunzellen steuern. Es gilt zu klären, wie Blutgefäßzellen die Funktion von T-Zellen im Tumor beeinflussen. Neue Erkenntnisse in diesen Bereichen könnten helfen, bislang unbekannte Angriffspunkte gegen Krebs zu finden und Immuntherapien gezielter weiterzuentwickeln.
Die gewonnenen Erkenntnisse könnten nicht nur Menschen mit schwarzem Hautkrebs zugutekommen. Die Forschenden werden auch prüfen, ob sich ihre Ergebnisse auf andere Krebsarten übertragen lassen. Zudem könnten sie die Entwicklung neuer Bildgebungsverfahren und weiterer Therapieansätze vorantreiben.
Neue Therapien interdisziplinär entwickeln
Das Projekt verbindet Expertise aus mehreren Fachgebieten. Jun.-Prof. Dr. Becker arbeitet mit weiteren Forscher:innen des Universitätsklinikums Essen (UK Essen) und der Research Alliance Ruhr zusammen. Beteiligt sind unter anderem die Klinik für Kardiologie des UK Essen sowie das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V. in Dortmund.
Weitere Informationen
Melden Sie sich jetzt an für unsere Innovations-Community und tauschen Sie sich aus mit Akteur:innen der zukunftsfähigen Spitzenmedizin in NRW!
Weitere Neuigkeiten aus NRW zu Innovationen, Forschungsergebnissen und Entwicklungen der innovativen Medizin finden Sie bei unseren News.