Düsseldorf: Zusammenhang zwischen Schichtarbeit, Essverhalten und Diabetes

Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, des Universitätsklinikums Düsseldorf und der UCLA hat einen Zusammenhang zwischen Schichtarbeit, der Dauer des täglichen Essens-Zeitfensters und Typ-II-Diabetes untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere Schichtarbeit und ein langes Essens-Zeitfenster mit Diabetes assoziiert sind.

Obst und Gemüse liegen auf einem Tisch, in der Mitte ein Smartphone, gesunde Ernährung
Symbolbild Gesunde Ernährung © AdobeStock | oksix

Typ-II-Diabetes ist mit dem Lebensstil und der Ernährung der Betroffenen assoziiert. Wie genau diese Erkrankung mit den Arbeitsbedingungen Betroffener zusammenhängen könnten, untersuchte das internationale Forschungsteam unter Beteiligung von Prof. Dr. Adrian Loerbroks (Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, UKD) nun gemeinsam mit seinem Team am Düsseldorfer Center for Health and Society (CHS) an der HHU und dem UKD und einer Forschungsgruppe an der UCLA. Sie konnten nachweisen, dass ein Zusammenhang zwischen Schichtarbeit, dem Essverhalten und Diabetes besteht.

In der Studie „Eating duration and shift work are associated with diabetes: a cross-sectional study among US workers“, die im British Journal of Nutrition publiziert wurde, untersuchten die Forschenden, ob Schichtarbeit und die Länge des Zeitfensters, in dem man innerhalb von 24 Stunden isst mit einer Diabeteserkrankung zusammenhängen. Dabei ermittelten sie auch, ob das Alter der Arbeitnehmer eine Rolle spielt. Es zeigte sich, dass ein Essens-Zeitfenster von 13 Stunden oder länger mit dem Auftreten von Diabetes in einem Zusammenhang stand. Dies betraf vor allem Beschäftigte, die jünger als 45 Jahre waren. Außerdem ging Schichtarbeit häufigerem mit Diabetes einher, 

„Angesichts unserer Ergebnisse könnte ein umfassender Ansatz, der sowohl die Arbeitsbedingungen als auch das persönliche Verhalten berücksichtigt, entscheidend für die Diabetesprävention am Arbeitsplatz sein“, so Prof. Loerbroks. „Auf organisatorischer Ebene könnten Arbeitgeber erwägen, negativen Auswirkungen durch angemessene Arbeitszeitregelungen und flexiblere Essenspausen abzufedern, während auf individueller Ebene Arbeitnehmer, gesündere Ernährungsgewohnheiten ihrer Beschäftigten fördern sollten. “

Auch wenn die Daten grundsätzlich auf Europa übertragbar sein sollten, gelten hier andere Richtlinien in Bezug auf den Arbeitsschutz, die beachtet werden müssen. Außerdem werden die Daten dadurch eingeschränkt, dass sie vor der COVID-19-Pandemie erhoben wurden. Für viele Menschen hat sich durch die Pandemie das Arbeitsleben grundsätzlich geändert, so ist etwa das Arbeiten im Homeoffice viel verbreiteter. Wie genau sich dies auf Ernährungsgewohnheiten ausgewirkt haben könnte, ist noch nicht erforscht.


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