Bielefeld:  Universität erhält MRT für Forschung

Die Universität Bielefeld hat einen neues MRT am Campus Bethel. Ab Herbst steht das hochmoderne Gerät allen Wissenschaftler:innen zur Verfügung und eröffnet neue Möglichkeiten für die interdisziplinäre Forschung.

Ein MRT schwebt an einem Kran über einem geöffneten Dach
Um den mehrere Tonnen schweren MRT-Scanner ins Gebäude zu bringen, war eine begrünte Dachfläche freigeräumt worden. Direkt vor der Einbringung des MRT-Geräts wurde ein Teil des Flachdachs abgehoben.
© Universität Bielefeld/Mike-Dennis Müller

Die Universität Bielefeld hat einen Magnetresonanztomographen (MRT) für rund vier Millionen Euro angeschafft, gefördert aus dem Großgeräteprogramm der Länder. Der MRT-Scanner wurde am 08.09.2026 mit einem Kran in spezielle Räumlichkeiten des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) gehoben. Solche Geräte liefern detaillierte Aufnahmen des Körperinneren. Wissenschaftler:innen der Universität nutzen das Gerät künftig für die Forschung, etwa zu Hirnfunktionen oder Krankheitsverläufen.

Das neue System wird allen Wissenschaftler:innen der Universität zur Verfügung stehen, die mit bildgebenden Verfahren arbeiten, um Körperfunktionen und -abläufe zu erforschen. Dies schließt alle forschenden Mediziner:innen des Universitätsklinikums OWL ein.

Beantragt wurde das Gerät kooperativ von Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät OWL, der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft und der Fakultät für Biologie. Der Antrag wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) begutachtet. Die Förderung in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro kommt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW), den übrigen Anteil steuert die Universität bei. Ein Kooperationsvertrag regelt die Nutzung der Räumlichkeiten, die vom EvKB bereitgestellt und mit Mitteln der Universität für die Nutzung des Geräts umgebaut wurden.

Der Campus Bielefeld-Bethel des Universitätsklinikums OWL wurde als Standort für das MRT gewählt, weil er klinischen Proband:innen und Patient:innen, die an Forschungsprojekten teilnehmen, kurze Wege zu den wissenschaftlichen Untersuchungen ermöglicht. Um das wuchtige MRT-Großgerät in das Gebäude am Grenzweg 14 zu heben, musste ein Teil eines Flachdachs abgehoben werden. Es dauerte gut eine Stunde, bis die Maschine behutsam in das Gebäude manövriert war. Ab Herbst soll das Gerät in Betrieb gehen. Die Trägerschaft liegt beim Rektorat, der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft sowie der Medizinischen Fakultät OWL.

Magnetresonanztomographen, auch Kernspintomographen genannt, ermöglichen detaillierte Einblicke in den Körper – ganz ohne Röntgenstrahlung. Mithilfe starker Magnetfelder und Radiowellen regen sie Wasserstoffkerne im Körper an. Aus den dabei entstehenden Signalen berechnet ein Computer präzise Bilder von Organen und Geweben. Spezielle Verfahren machen zudem Veränderungen sichtbar, die Rückschlüsse auf die Aktivität des Gehirns erlauben. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der Medizin über Psychologie und Biologie bis zur Linguistik. Das neue 3-Tesla-MRT-System verfügt über sehr leistungsstarke Gradienten (zusätzliche Magnetspulen), mit denen sich besonders hochauflösende und schnelle Aufnahmen erstellen lassen. Mit seinen Funktionen erweitert der MRT-Scanner die Forschungsinfrastruktur der Universität und eröffnet neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg.


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