Auszeichnung für Erfinder der kleinsten Herzpumpe der Welt

Minimalinvasive Herzpumpentechnologie aus Aachen rettet Leben - Auszeichnung mit dem Werner-von-Siemens-Ring 2026.

Dr. Thorsten Sieß, Herzpumpe
Thorsten Sieß, Preisträger des Werner-von-Siemens-Rings 2026 mit der IMPELLA™-Herzpumpe.
© Abiomed | Matthias Capellmann

Dr. Thorsten Sieß, EVP Managing Director & CTO im Bereich Heart Recovery von Johnson & Johnson MedTech erhält den 43. Werner-von-Siemens-Ring. Der Aachener Medizintechnik-Pionier wird mit der Auszeichnung für die Entwicklung sowie die industrielle Produzierbarkeit der IMPELLA™ Herzpumpe geehrt. Diese Innovation stellt einen entscheidenden Meilenstein für die Medizintechnik dar, da sie die minimalinvasive Herz-Kreislaufunterstützung von Menschen mit akuter Herzinsuffizienz ermöglicht.

Die IMPELLA™ Herzpumpe ist die kleinste Herzpumpe der Welt und kann das Herz im Krankheitsfall temporär entlasten, damit es sich erholen kann. Die minimalinvasive Pumpe übernimmt je nach Produkttyp die Pumpfunktion des Herzens ganz oder teilweise. Auf diese Weise wird die Herzkammer entlastet, der Blutkreislauf stabilisiert und die Blutversorgung der Organe aufrechterhalten.

Die Herstellung der IMPELLA™ erfolgt in Aachen, wo mehr als 700 Pumpen pro Woche in einer Vielzahl von Prozessschritten gefertigt werden. Dabei erfordert jeder Schritt größte Sorgfalt und höchste Präzision. Der integrierte Impeller, der den Blutfluss gewährleistet und der Pumpe ihren Namen gab, hat nur wenige Millimeter Durchmesser.

Die Patientinnen und Patienten stehen für uns an erster Stelle. Unser Ziel: Die IMPELLA™ Plattform soll zum Behandlungsstandard für die Herzerholung werden. Wir wollen so vielen Patientinnen und Patienten wie möglich helfen, ihr eigenes Herz zu behalten – mit der gleichen Lebensqualität wie vorher.
Dr. Thorsten Sieß, EVP Managing Director & CTO Heart Recovery, Johnson & Johnson MedTech

Mit der Entwicklung der IMPELLA™ Herzpumpe hat Dr. Thorsten Sieß einen Meilenstein in der Medizintechnik erreicht. Die Geschichte begann Anfang der 90er Jahre in Aachen, als Sieß im Rahmen seiner Promotion mit der Entwicklung der wegweisenden Blutpumpe begann. Bereits 1999 wurde die erste Patientin mit der IMPELLA™ Herzpumpe behandelt. Bis heute wurden weltweit mehr als 400.000 Patientinnen und Patienten erfolgreich mit dieser Technologie therapiert. Die IMPELLA™ Produktfamilie findet sowohl in der Notfallmedizin als auch bei komplexen Koronarinterventionen Anwendung. Dieser technologische Durchbruch ist ein Paradebeispiel dafür, wie langfristige Forschung und unternehmerische Vision medizinische Meilensteine ermöglichen.

„Von Herzen für das Herz: Mit seiner bahnbrechenden Innovation der weltweit kleinsten Herzpumpe gibt Thorsten Sieß Patientinnen und Patienten weltweit neue Hoffnung. Er zeigt mit seiner Erfolgsgeschichte, wie beeindruckende Forschung durch unternehmerisches Denken und Handeln den Transfer vom Labor zu den Menschen schafft und dabei wirtschaftliche Wertschöpfung in Deutschland generiert. So ist er ein würdiger Preisträger im Sinne des forschenden Unternehmers Werner von Siemens“, erklärt Prof. Cornelia Denz, Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring.

Die Auszeichnung von Lebensleistungen in Technik- und Naturwissenschaften, die Förderung von Forschungstalenten sowie die Förderung der aktuellen Technikforschung sind erklärte Ziele der Stiftung. Der Werner-von-Siemens-Ring und die mit dem Ringpreis ausgezeichneten Persönlichkeiten sind seit über 100 Jahren wichtige Orientierungspunkte und Motivation immer neuer Generationen von Forscher:innen in den Technik- und Naturwissenschaften. Dafür engagieren sich im Stiftungsrat sowohl Ringträger:innen als auch hochrangige Vertreter:innen technisch-naturwissenschaftlicher Fachgesellschaften: der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, des Bundesverbands der Deutschen Industrie und des Deutschen Verbands Technisch-Wissenschaftlicher Vereine. Der Werner-von-Siemens-Ring gilt als die höchste deutsche Auszeichnung für Personen, die durch ihre Leistung technische Wissenschaften wesentlich vorangebracht oder als Forschende neue technische Wege erschlossen haben.


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