Ziele der Förderung
Für Seltene Erkrankungen ergibt sich durch den rasanten technologischen Fortschritt ein hohes Potential für diagnostische und therapeutische Innovationen, die am besten durch Ärztinnen und Ärzte umgesetzt werden können, die klinische Tätigkeit und Forschung in ihrer Berufstätigkeit verbinden (Clinician Scientist).
Mit der Ausschreibung einer thematisch nicht festgelegten Clinician Scientist Professur für Seltene Erkrankungen wird das Ziel verfolgt, die translationale Forschung bei einer Seltenen Erkrankung oder Krankheitsgruppe zu fördern und zur internationalen Sichtbarkeit des Forschungsgebiets beizutragen. Gleichzeitig soll die Professur die Versorgung von Menschen mit einer Seltenen Erkrankung substanziell verbessern und zentrale Anlaufstelle für diese Erkrankten in Deutschland sein.
Was wird gefördert?
Mit der Professur soll einer Ärztin oder einem Arzt mit herausragenden Leistungen sowohl in Patientenversorgung als auch Forschung die langfristige Perspektive gegeben werden, den Berufsweg des Clinician Scientist weiter zu gehen und mit je der Hälfte der Arbeitszeit Patientenversorgung und Forschung auf dem Gebiet einer Seltenen Erkrankung oder Krankheitsgruppe zu betreiben.
Die Clinician Scientist Professur ist mit insgesamt bis zu 1,1 Mio. € für die Gesamtlaufzeit dotiert. Die Mittel dienen der Finanzierung der Personalkosten des Forschungsanteils der Stelleninhaberin oder des Stelleninhabers, die in der Höhe von 50% des Gehalts einer W3-Professur liegen sollten. Die restlichen Mittel sind über die Laufzeit der Professur zu verteilen und können frei von der Stelleninhaberin oder dem Stelleninhaber für Forschungszwecke verwendet werden.
Die Finanzierung der Professur ist auf maximal 10 Jahre angelegt. Nach einer ersten Förderperiode von fünf Jahren und unter der Bedingung einer positiven Zwischenevaluation ist eine einmalige Verlängerung um weitere fünf Jahre möglich. Die Förderung endet vorzeitig bei Berufung auf eine Lebenszeitprofessur.
Wichtige Voraussetzungen für die Förderung
Bewerben können sich Ärztinnen und Ärzte von Universitätsklinika oder anderen Forschungseinrichtungen mit Patientenversorgung in Deutschland,
- die in Forschung, Patientenversorgung und Lehre herausragende Leistungen erzielt haben,
- die in ihrer bisherigen Laufbahn einen signifikanten und überdurchschnittlichen Forschungsanteil nachweisen können (z.B. durch mehrjährige Tätigkeit als Clinician Scientist oder größere Forschungsfreistellungen)
- die ein innovatives, überzeugendes und international kompetitives wissenschaftliches Arbeitsprogramm verfolgen
- deren Forschungsgebiet auf eine substanzielle Verbesserung der Versorgung von Menschen mit einer Seltenen Erkrankung bzw. Krankheitsgruppe abzielt.
Die Geschäftsstelle von Medizin.NRW unterstützt Akteure aus Wissenschaft, Klinik, Wirtschaft und Transfer dabei, passende Fördermöglichkeiten im Bereich der innovativen Medizin zu identifizieren. Dies umfasst insbesondere:
- eine erste Einordnung geeigneter Förderprogramme,
- Hinweise auf aktuelle Ausschreibungen,
- Orientierung zu nationalen, europäischen und NRW-spezifischen Förderwegen,
- Hinweise auf zuständige Projektträger, Nationale Kontaktstellen und Beratungsangebote,
- Unterstützung bei der Vernetzung mit potenziellen Kooperationspartnern,
- Hinweise auf Veranstaltungen und Informationsangebote zu Förderthemen.
Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie für ein konkretes Vorhaben eine erste Orientierung zu möglichen Förderwegen suchen.