BMFTR: Förderung von Projekten zur Stärkung der geschlechtersensiblen präklinischen Forschung

Für eine langfristig bessere und geschlechtersensible gesundheitliche Versorgung aller Geschlechter, müssen Geschlechtsunterschiede bereits früh, also in der präklinischen Forschung, angemessen berücksichtigt werden.

Abgabetermin:
27.01.2027 - Projektskizzen, es ist ein zweistufiges Antragsverfahren
Fördergeber:
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Fördergebiet:
Deutschland
Antragsberechtigte:
Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrich­tungen, Einrichtungen und Träger der Gesundheitsversorgung (zum Beispiel Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen), Unternehmen; Patientenorganisationen, Nichtregierungsorganisationen, zivilgesellschaftliche Organisationen

Ziele der Förderung

Die präklinische Forschung zu Krankheitsmechanismen sowie zu Diagnose- und Therapieentwicklung soll geschlechtersensibel gestaltet werden. Die Erkenntnisse sollen eine verlässliche Evidenzbasis für die weitere Entwicklung entlang der Translationskette bilden und zukünftig zu einer verbesserten medizinischen Versorgung aller Geschlechter beitragen.

Die Ziele der Förderinitiative werden erreicht, wenn nach Beendigung der Förderung ein Evidenzgewinn erzielt wurde und mindestens einer der folgenden Punkte erfüllt ist:

  • wenn Vorhaben belastbare und anschlussfähige Evidenz generieren, mit der nachfolgend und unmittelbar Forschung auf der nächste Stufe der Translationskette durchgeführt werden kann
  • wenn wissenschaftlich gesicherte präklinische Erkenntnisse gewonnen und als Peer-Review-Publikationen veröffentlicht wurden, die mittelfristig zu einer geschlechtersensiblen Diagnostik und/oder Therapie in einem Krankheitsgebiet beitragen
  • wenn die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte nachhaltig als integraler Bestandteil von präklinischen Forschungsansätzen etabliert wurde, sodass sie über die einzelnen geförderten Vorhaben hinaus als methodischer Standard in der Forschungspraxis angewendet werden.

Die Zielerreichung wird an der Qualität und Quantität der wissenschaftlichen Publikationen und ihren Zitationen, an der Qualität und Quantität der bereitgestellten FAIR‑konformen Datensätze und ihrer Nutzung sowie der Anzahl und Art der entwickelten Forschungsansätze gemessen.

Was wird gefördert?

Gefördert werden Projekte mit klinischer Relevanz, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei Krankheitsmechanismen untersuchen und zur Entwicklung von geschlechtersensiblen Diagnose- und Therapieansätzen beitragen. Im Fokus sollen Fragestellungen stehen, bei denen Geschlechtsaspekte in der bisherigen Forschung nur unzureichend berücksichtigt wurden.

Gefördert werden können beispielsweise präklinische Forschungsansätze zu folgenden Themenbereichen:

  • Untersuchung möglicher Geschlechtsunterschiede im Ansprechen auf bestehende Therapien in Zell- oder Tiermodellen;
  • Entwicklung und Validierung von Tiermodellen und Zellkulturmodellen, die mögliche Geschlechtsunterschiede berücksichtigen;
  • geschlechtersensible Untersuchung von molekularen und zellulären Krankheitsmechanismen;
  • Entwicklung geschlechtersensibler Diagnoseverfahren, Therapien und Risikovorhersage bestimmter Krankheiten;
  • Entwicklung neuer Arzneimittel beziehungsweise geschlechtersensible Analyse des Wirkmechanismus bereits zugelassener Arzneimittel in Zell- oder Tiermodellen;
  • Validierung oder Entwicklung geschlechtersensibler Biomarker für die Wirksamkeit von Therapien.

Wichtige Voraussetzungen für die Förderung

Voraussetzung für eine Förderung ist die Bereitschaft zur Vernetzung mit den in dieser Maßnahme geförderten Projekten. Es wird ein übergreifendes Koordinations- und Translationsprojekt gefördert, das unter Einbindung der geförderten Projekte die Methodenentwicklung zur Berücksichtigung geschlechtersensibler Aspekte in der präklinischen Forschung voranbringt.

Im Projekt müssen Herausforderungen adressiert und gemeinsame Lösungsansätze entwickelt werden. Die Vernetzung der Projekte untereinander sollen gestärkt und gemeinsame Treffen initiiert sowie eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit gestaltet werden. Zudem gilt es, projektübergreifende Strategien zur weiteren Umsetzung von Ergebnissen entlang der Translationskette zu erarbeiten.Zur Ausgestaltung der projektübergreifenden Aktivitäten können zu einem späteren Zeitpunkt zusätzliche Mittel beantragt werden.

Frau Dr. Madeleine Gräf
Frau Dr. Michaela Fersch
Telefon: 0228 3821-2800
gender-data-gap@dlr.de

Die Geschäftsstelle von Medizin.NRW unterstützt Akteure aus Wissenschaft, Klinik, Wirtschaft und Transfer dabei, passende Fördermöglichkeiten im Bereich der innovativen Medizin zu identifizieren. Dies umfasst insbesondere:

  • eine erste Einordnung geeigneter Förderprogramme,
  • Hinweise auf aktuelle Ausschreibungen,
  • Orientierung zu nationalen, europäischen und NRW-spezifischen Förderwegen,
  • Hinweise auf zuständige Projektträger, Nationale Kontaktstellen und Beratungsangebote,
  • Unterstützung bei der Vernetzung mit potenziellen Kooperationspartnern,
  • Hinweise auf Veranstaltungen und Informationsangebote zu Förderthemen.

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