Ziele der Förderung
Die digitale Welt ist längst integraler Bestandteil im Leben von Kindern und Jugendlichen geworden. Bildschirmmedien wie Fernsehen, Spielekonsole, Computer, Smartphones und Tablets sind fest im Familienalltag verankert. Der Nutzungsbeginn von Bildschirmmedien findet immer früher im Leben der Kinder statt und die Nutzungsdauer steigt. Darüber hinaus kann die Bildschirmnutzung durch Eltern und andere Bezugspersonen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder haben.
Es gibt Hinweise darauf, dass die gesundheitlichen Auswirkungen von (übermäßiger) Mediennutzung gravierend sein können. Diese sind z. B. in der S2k-Leitlinie „Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend“ dargelegt und umfassen u. a. Entwicklungsstörungen der Motorik und Sprache, Bindungs- und Verhaltensstörungen, körperliche Auswirkungen wie Übergewicht oder Kurzsichtigkeit und psychische Auswirkungen wie Ängste, depressive Symptome oder Suchtverhalten.
Bereits jüngere Kinder können einfache Aktivitäten auf mobilen Endgeräten ausführen. Gleichzeitig sind sie jedoch noch nicht in der Lage, selbst ihren Medienkonsum zu regulieren, weil die gesundheitlichen Risiken nicht unmittelbar erlebt werden. Darum verfolgt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit dieser Fördermaßnahme das Ziel, den Gesundheitsschutz von Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren in der digitalen Welt zu verbessern und den negativen gesundheitlichen Folgen der Nutzung von Bildschirmmedien im Alltag entgegenzuwirken. Dabei können sowohl die Kinder selbst als auch (werdende) Eltern, Multiplikatoren und Fachpersonal adressiert werden.
Was wird gefördert?
Gegenstand der Förderung sind versorgungsrelevante Vorhaben, die sich mit den gesundheitlichen Folgen insbesondere im Hinblick auf Möglichkeiten der Vorbeugung von und Interventionbei dysregulierten Mediengebrauch im Alter von 0 bis 6 Jahren befassen. Dabei kann einer odermehrere der folgenden thematischen Schwerpunkte adressiert werden:
- Welche gesundheitlichen Auswirkungen hat das elterliche Bildschirmmedienverhalten auf die Entwicklung von Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren? Wie wirkt sich der Konsum derKinder selbst auf ihre Gesundheit aus?
- Wie können Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren vor den negativen Auswirkungen von Bildschirmmedien geschützt werden? Welche Maßnahmen sind dabei in der Familie und welche in der Kita-Betreuung bzw. Kindertagespflege zu verorten?
- Wie können Eltern zu einer reflektierten Nutzung von digitalen Medien im Sinne ihrer Vorbildfunktion für ihre Kinder motiviert werden? Wie lässt sich die Selbstwirksamkeit der Eltern bei der Erziehung im Zusammenhang Bildschirmmedien verbessern?
- Wie können Kinder, (werdende) Eltern, Multiplikatoren und Fachpersonal über die gesundheitlichen Auswirkungen von schädlichem Bildschirmmedienkonsum optimal aufgeklärt werden? Wie können bereits existierende Materialien eingesetzt und optimal verbreitet werden, so dass auch vulnerable Gruppen erreicht werden?
- Wie lässt sich das Thema Nutzung von Bildschirmmedien in die Vorsorgeuntersuchungen (die U-Untersuchungen) und Schuleingangsuntersuchung integrieren?
- Wie kann der Gesundheitsschutz von Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren vor den Risiken von Bildschirmmedien systematisch in Gesundheitsförderung und Prävention in Kita, Familie und Freizeit eingebunden werden?
- Wie kann ein gesunder Familienalltag mit Bildschirmmedien praktisch gestaltet werden? Wie kann eine Balance zwischen digitalen und analogen Angeboten erreicht werden?
Die Auflistung ist nicht abschließend. Förderinteressierte werden ausdrücklich ermutigt, weitere Fragestellungen zu verfolgen, die in einem begründeten Zusammenhang zu den Zielen dieser Förderrichtlinie stehen.
Wichtige Voraussetzungen für die Förderung
- Das Antragsverfahren ist zweistufig. Zunächst ist daher eine Projektskizze einzureichen.
- Antragstellende müssen ein Eigeninteresse am Vorhaben nachweisen und einen Eigenanteil von mindestens zehn Prozent der projektbezogenen Ausgaben oder Leistungen erbringen.
Kontakt
Dr. Maren Walgenbach
Telefon: +49 228 3821 1685
Dr. Nadine Morkisch
Telefon: + 49 30 67055 8336
Die Geschäftsstelle von Medizin.NRW unterstützt Akteure aus Wissenschaft, Klinik, Wirtschaft und Transfer dabei, passende Fördermöglichkeiten im Bereich der innovativen Medizin zu identifizieren. Dies umfasst insbesondere:
- eine erste Einordnung geeigneter Förderprogramme,
- Hinweise auf aktuelle Ausschreibungen,
- Orientierung zu nationalen, europäischen und NRW-spezifischen Förderwegen,
- Hinweise auf zuständige Projektträger, Nationale Kontaktstellen und Beratungsangebote,
- Unterstützung bei der Vernetzung mit potenziellen Kooperationspartnern,
- Hinweise auf Veranstaltungen und Informationsangebote zu Förderthemen.
Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie für ein konkretes Vorhaben eine erste Orientierung zu möglichen Förderwegen suchen.