Standortüber­greifen­de Herausgabe von Bioproben und Daten nach Anfrage über das FDPG

Handlungsempfehlungen erschienen

Eine Person in Kittel und mit Stethoskop im Hintergrund tippt mit einem Finger auf vor ihr eingeblendete Datensymbole, Gesundheitsdaten
Symbolbild: Gesundheitsdaten © AdobeStock | Prockstock-studio

Die standortübergreifende Nutzung von Bioproben zusammen mit klinischen Daten ist für viele Forschungsvorhaben erforderlich. In der Medizininformatik-Initiative (MII) existieren mit dem Deutschen Forschungsdatenportal für Gesundheit (FDPG), den Datenintegrationszentren (DIZ) und dem Kerndatensatz (KDS)-Erweiterungsmodul „Bioproben“ wesentliche Grundlagen, um Bioprobeninformationen standardisiert zu beschreiben und über das FDPG sichtbar zu machen. 

Trotzdem sind viele Bioproben noch nicht im FDPG auffindbar oder für eine tatsächliche, standortübergreifende Herausgabe (inklusive der notwendigen Datenverknüpfung) nutzbar. Gründe sind u. a. unterschiedliche lokale Implementierungsstände, variierende Zuständigkeiten sowie nicht durchgängig abgestimmte Prozessketten zwischen Biobanken und DIZ. Zudem ist bislang kein einheitliches Verfahren für die standortübergreifende Herausgabe von Bioproben über das FDPG etabliert.

Diese und weitere Punkte wurden im TMF-geförderten Projekt „MII meets Biobanking – Optimierung der Bioprobenverknüpfung in der Medizininformatik-Initiative: Harmonisierung von Anfragen, Prozessen und Infrastruktur“ (April 2025 bis Februar 2026) systematisch erhoben, diskutiert und in „Handlungsempfehlungen zur Herausgabe von Bioproben und Daten auf Anfrage nach dem FDPG“ überführt. 

Dabei wurden alle betroffenen Stakeholder einbezogen: Forschende, die Biobanken und DIZ der Standorte, FDPG und weitere zentrale MII-Akteure, German Biobank Network (GBN), die AG Biobanken der TMF und Beteiligte des NUM Bioproben-Hubs. Zunächst erfolgte eine Statuserhebung bei DIZ und Biobanken zur Verknüpfung von Patient:innendaten und Bioproben, zur Nutzung des KDS-Erweiterungsmoduls „Bioproben“ sowie zu technischen, organisatorischen und prozessualen Rahmenbedingungen. Die Ergebnisse wurden ausgewertet, thematisch gebündelt und in einem zweitägigen Workshop mit den Stakeholdern vorgestellt und diskutiert. Weitere Anforderungen an die Prozesskette – zum Beispiel Beratung, Antragstellung, Rollen und Schnittstellen, Abstimmung und Herausgabe – wurden anhand von Anwendungsfällen erarbeitet, ergänzt und konsolidiert. Auf dieser Basis wurden Entwürfe der Handlungsempfehlungen erstellt, der Community zur Kommentierung vorgelegt und anschließend finalisiert.

Die Handlungsempfehlungen richten sich an Biobanken, DIZ, FDPG sowie weitere Beteiligte im MII-Kontext und darüber hinaus. Sie adressieren die standortübergreifende Herausgabe von Bioproben und (verknüpften) Daten über das FDPG und fokussieren auf: 

  1. Verbesserung von Sichtbarkeit, Aktualität und Verfügbarkeit von Bioprobeninformationen, 
  2. Harmonisierung der Anfrage- und Antragsprozesse einschließlich Beratung und Kommunikation
  3. sowie Klärung von Zuständigkeiten, Schnittstellen und organisatorischen Rahmenbedingungen zwischen Biobanken und DIZ.

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