21.05.2026
Ein großer Erfolg für die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet den Sonderforschungsbereich 1752 „DYNAMO“ ein, an dem Wissenschaftler:innen der Fakultät federführend beteiligt sein werden. Der Fokus liegt auf dem schwarzen Hautkrebs und der Verbesserung bestehender Therapien. Die Förderung startet am 1. Oktober 2026, für die erste Phase stellt die DFG rund 12,9 Millionen Euro für 45 Monate zur Verfügung. Die Universität Duisburg-Essen koordiniert den Forschungsverbund. Partner sind das Institut für Experimentelle Onkologie der Universität Bonn und das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e. V. in Dortmund. Das ermöglicht eine durch Technologie getriebene, universitäre und kliniknahe Grundlagenforschung.
Die Forschenden des Sonderforschungsbereiches (SFBs) „DYNAMO“ untersuchen, wie Tumoren des schwarzen Hautkrebses in den ersten Wochen einer Therapie auf die Maßnahmen reagieren und sich anpassen. Oft zeichnet sich bereits in dieser frühen Phase ab, ob Behandlungen langfristig an Wirkung verlieren. Grund dafür ist die Therapieresistenz einzelner Krebszellen. Dort setzen die Forschungsteams des SFBs an.
Schneller in der klinischen Praxis
„Die Bewilligung des Sonderforschungsbereichs ‚DYNAMO‘ stärkt das Forschungsprofil der Universität Duisburg-Essen und insbesondere unseren Schwerpunkt in den Biomedizinischen Wissenschaften. Zugleich verbindet der SFB technologiegetriebene Grundlagenforschung mit klinischer Nähe – eine wichtige Voraussetzung, um neue Erkenntnisse schneller in bessere Therapien zu überführen“, betont Prof. Dr. Astrid Westendorf, Prorektorin für Forschung & wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Duisburg-Essen.
„Wir möchten einen Wandel anstoßen: weg vom Reagieren, hin zum früheren Eingreifen“, sagt SFB-Sprecher und Dermato-Onkologe Prof. Dr. Alexander Roesch. „Unser neuer Sonderforschungsbereich stärkt die Krebsforschung in Nordrhein-Westfalen und trägt wesentlich dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die klinische Praxis zu überführen.“
Neues Gesamtbild möglich
Die SFB-Projektgruppen analysieren, was im Tumor direkt nach Therapiebeginn passiert. Ärzt:innen, Krebsforscher:innen und Immunolog:innen untersuchen gemeinsam Proben von Patient:innen. Sie erfassen kleinste Veränderungen auf molekularer Ebene und führen die Daten zusammen. Ergänzt wird dies durch computergestützte Analysen, denen komplexe Rechenmodelle zugrunde liegen. „So entsteht ein möglichst frühes Gesamtbild, das bislang fehlte“, betont Hautkrebs-Experte Professor Roesch.
Ein Forschungsziel ist, das dynamische Anpassungsverhalten von Melanomzellen in Zukunft vorhersagen und gezielt beeinflussen zu können. Dadurch sollen Therapien länger wirken und Rückfälle verhindern werden können. Im Idealfall eröffnen die Ergebnisse auch neue Möglichkeiten, um andere Krebsarten besser zu behandeln.
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