Münster: Frühlingssymposium zeigt Fortschritte in der digitalen Palliativversorgung

IMPULS-NRW zeigt, wie digitale Lösungen die ambulante Palliativversorgung stärken: Mit Telemedizin, ePROMs und Vernetzung wird Versorgung patient:innenzentrierter, schneller und besser zugänglich.

Projektteam und Projektträger beim Frühlingssymposium von IMPULS-NRW am 22.04.2026, Palliativversorgung
Projektteam und Projektträger beim Frühlingssymposium von IMPULS-NRW am 22.04.2026 © UKM | Franziska Emming

Wie kann digitale Unterstützung dazu beitragen, schwerkranke Menschen in ihrer vertrauten Umgebung noch besser zu versorgen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt IMPULS-NRW, das die spezialisierte ambulante Palliativversorgung in Nordrhein-Westfalen digital weiterentwickelt. Beim Frühlingssymposium am 22. April 2026 kamen die Projektpartner:innen zusammen, um den aktuellen Stand, nächste Meilensteine und erste Erfahrungen aus der Versorgungspraxis zu diskutieren.

IMPULS-NRW verbindet universitäre Expertise, ambulante palliativmedizinische Versorgungsteams und Softwareentwicklung. Hier wird ein palliativmedizinisches Netzwerk zwischen den Universitätskliniken Münster und Essen, drei ländlichen SAPV-Teams aus dem Münsteraner Umland (die Palliativmedizinischen Konsiliardienste Coesfeld, Nordmünsterland und Emsdetten-Saerbeck-Greven) sowie dem Softwarehersteller uhb Software GmbH geschlossen und mit Mitteln der Europäischen Union finanziert.

Ziel ist es, digitale Erweiterungen in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung zu erproben, in bestehende Versorgungsstrukturen zu integrieren und langfristig nutzbar zu machen. Im Mittelpunkt steht dabei die digitale Palliativplattform ISPC, die um eHealth-Funktionen, Telemonitoring und Möglichkeiten für Televisiten erweitert wird. So sollen Versorgungswege erleichtert, Fachkompetenz schneller verfügbar gemacht und insbesondere regionale und ländliche Versorgungsstrukturen gestärkt werden.

Dass IMPULS-NRW inzwischen deutlich Fahrt aufgenommen hat, zeigte das Frühlingssymposium eindrucksvoll: Die App wird aktuell an allen vier Standorten aktiv eingesetzt, und bereits mehr als 50 Personen konnten in das Projekt eingeschlossen werden. Damit rückt ein zentrales Anliegen des Projekts in die Praxis: digitale Anwendungen nicht als Selbstzweck, sondern als konkrete Unterstützung für Patient:innen, Angehörige und Versorgungsteams nutzbar zu machen.

„Die ePROMs helfen uns, genauer hinzuschauen: Manchmal zeigen sich Diskrepanzen zwischen Fremd- und Selbsteinschätzung, etwa bei Müdigkeit, oder diffuse Symptomlasten, die körperliche, psychische, soziale und spirituelle Aspekte verbinden. Dadurch entstehen gezieltere Gespräche, passgenauere Assessments und schnellere Anpassungen der Maßnahmen – bis hin dazu, dass Schmerzen früher wieder kontrolliert werden können. Gleichzeitig erleben Patient:innen mehr Selbstwirksamkeit und Autonomie, berichtet ein beteiligter Palliativversorgender.

Das Programm des Symposiums spiegelte die Breite des Projekts wider. Neben dem Projektstatus und den nächsten Meilensteinen standen unter anderem konkrete Patient Journeys in der Versorgung, Spiritualität in der Palliativversorgung, die Relevanz elektronischer Patient-Reported Outcome Measures  (ePROMs) sowie erste Einblicke in statistische Auswertungen auf der Agenda. Den Abschluss bildete ein offener Austausch, der Raum für Fragen, Erfahrungen und gemeinsame Perspektiven bot.

Die bisherigen Fortschritte machen deutlich: Digitale Innovation kann dort besonders wirksam werden, wo sie eng an realen Versorgungsbedarfen ausgerichtet ist. IMPULS-NRW schafft dafür ein starkes Netzwerk – mit dem Ziel, Palliativversorgung in NRW vernetzter, zugänglicher und Patient:innen-zentrierter zu gestalten.


Weitere Informationen

Unsere neue KI-gestützte Informationsplattform zu klinischen Studien in NRW finden Sie unter www.klinische-studien.nrw.

Aktuell befindet sich die Plattform in der offenen Testphase. Wir freuen uns auf Ihr Feedback:

medizin.nrw@dlr.de

Weitere Neuigkeiten aus NRW zu Innovationen, Forschungsergebnissen und Entwicklungen der innovativen Medizin finden Sie bei unseren News.


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