Essen: Preis der Deutschen Hochschulmedizin 2026

GLORIA-Team mit Essener Beteiligung für einen innovativen Therapieansatz gegen das Glioblastom ausgezeichnet.

PD Dr. Sied Kebir
PD Dr. Sied Kebir, Forscher an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen
© Sied Kebir

Ein standortübergreifendes Forschungsteam erhält für einen innovativen Therapieansatz gegen das Glioblastom, einen besonders aggressiven Gehirntumor, den mit 25.000 Euro dotierten Preis der Deutschen Hochschulmedizin 2026. In der GLORIA-Studie haben Wissenschaftler:innen der Universitätsmedizin Bonn, Essen, Leipzig, Mannheim, Münster und Tübingen den neuen Ansatz gemeinsam klinisch erprobt. Sie überzeugten die Fachjury mit der gelungenen Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung sowie ihrer herausragenden standortübergreifenden und interdisziplinären Teamleistung.

Ein wichtiger Mechanismus beim Wiederauftreten des Glioblastoms ist die rasche Wiederherstellung seiner Blutversorgung nach einer Bestrahlung. Hier setzt GLORIA an und kombiniert die Strahlentherapie mit einer gezielten Hemmung zweier unterschiedlicher Signalwege der Tumorblutversorgung. Untersucht wurde der Ansatz bei Patient:innen mit einem neu diagnostizierten, unvollständig entfernten Glioblastom, bei denen ein bestimmtes molekulares Tumormerkmal auf eine geringe Wirksamkeit der üblichen Chemotherapie hinweist.

Die besondere Stärke des Projekts ist die enge Verzahnung von Forschung und Krankenversorgung. Beobachtungen aus der klinischen Studie wurden durch Untersuchungen von Blut- und Gewebeproben vertieft und zur Weiterentwicklung der Behandlung genutzt. Die klinische Studienleitung liegt bei Prof. Frank A. Giordano aus Mannheim, die translationale Leitung bei PD Julian P. Layer aus Bonn. Am universitätsmedizinischen Standort Essen ist PD Sied Kebir beteiligt, Forscher an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.

Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Als klinisches Studienzentrum hat Essen dazu beigetragen, einen neuen Therapieansatz für Menschen mit Glioblastom zu prüfen.
PD Dr. Sied Kebir, Leiter Klinische Neuroonkologie, UK Essen

In einer Erweiterungsgruppe erhielten sechs Patient:innen die Kombi-Therapie, die sie gut vertrugen: Das mediane Gesamtüberleben betrug 19,9 Monate. Zwei Personen überlebten länger als zwei Jahre. Die Ergebnisse, die aus einer kleinen Studiengruppe stammen und in einer größeren kontrollierten Studie bestätigt werden müssen, sind vielversprechend und wurden in zwei Arbeiten in Nature Communications veröffentlicht. Eine randomisierte Phase-2/3-Folgestudie ist in Planung.

Den Preis vergeben der Medizinische Fakultätentag (MFT) und der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD). Die offizielle Preisverleihung findet am 24. November 2026 im Rahmen des Tages der Hochschulmedizin in Berlin statt.


Weitere Informationen

KliFoNet.NRW steht für Klinisches Forschungsnetzwerk NRW. Der Leuchtturm ist die zentrale Plattform für Austausch und Organisation zur klinischen Forschung in NRW. Mehr Informationen zum Leuchtturm finden Sie auf www.KliFoNet.nrw.

Weitere Neuigkeiten aus NRW zu Innovationen, Forschungsergebnissen und Entwicklungen der innovativen Medizin finden Sie bei unseren News.


Beitrag teilen:
X
LinkedIn
Mail
Link kopieren