Neues internationales Journal für regionalisierte Versorgungsforschung

„Research in Health Services & Regions – Methods, Results, Implementation“ – so heißt das neue englischsprachige Zeitschriftenformat des Springer-Nature Verlags, das eine Angebotslücke im Bereich der regionalisierten Versorgungsforschung schließen möchte. Die erste Ausgabe, die drei Fachartikel umfasst, ist soeben online erschienen. Das Journal wird vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) gefördert.

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„Research in Health Services & Regions – Methods, Results, Implementation“ ist das neue e-Journal zu Themen der regionalisierten Versorgungsforschung. © Adobe Stock

Neues Online-Journal zur Versorgungsforschung

Research in Health Services and Regions“ ist eine Open-Access-Zeitschrift, die ausschließlich auf elektronischem Wege zugänglich ist und hochwertige wissenschaftliche Originalartikel, Rezensionen und Kurzmitteilungen veröffentlicht. Voraussetzung für die Veröffentlichung einzelner Beiträge ist eine erfolgreiche fachliche Beurteilung durch andere erfahrene Wissenschaftler, ein internationaler sogenannter Peer Review-Prozess. Die Zeitschrift bietet ein Forum für Wissenschaftler:innen, die erforschen, welche Einflüsse auf die medizinische Versorgung vor Ort wirken und mit welchen Interventionen unerwünschte Variationen in der Qualität der Gesundheitsversorgung erfolgreich abgebaut oder Versorgungsziele besser erreicht werden können. Dieser Wissenstransfer kann viele praxisrelevante Anstöße für die Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen und -prozessen in Deutschland sowie in anderen Ländern geben. So konnte in verschiedenen Gesundheitsatlanten weltweit bereits gezeigt werden, dass die medizinische Versorgung in dünn besiedelten Regionen in vielen Punkten gleichwertig oder besser sein kann als in Ballungsräumen.

Qualität und Effizienz der Versorgung im Fokus

„Patientinnen und Patienten erwarten unabhängig von ihrem Wohnort einen vergleichbaren Versorgungsstandard. Doch bleiben signifikante Unterschiede in der Versorgungsqualität eine Realität in allen Gesundheitssystemen der Welt. Um Qualität und Effizienz der Versorgung zu verbessern, sind wir ständig gefordert, diese Unterschiede zu evaluieren und zu adressieren. Hierbei können wir alle laufend von internationalen Erfahrungen lernen. Aus eigenen Studien wissen wir, dass Deutschland auch interessante Beiträge dazu leisten kann. Bislang haben wissenschaftliche Publikationen auf diesem Gebiet jedoch noch kein spezifisches Medium gefunden. Deshalb fördern wir den Aufbau eines solchen Formats“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried, der als einer von vier Herausgebern des Journals fungiert. Neben von Stillfried sind dies Dr. Stef Groenewoud (Radboud Institute for Health Sciences; Nijmwegen, Niederlande), Dr. Daniela Koller (LMU München) und Dr. Thérèse Stukel (IC/ES; Toronto, Kanada). Die Herausgeber werden zudem von einem ebenfalls internationalen, aktuell neunköpfigen Editorial Board wissenschaftlich beraten und unterstützt.

Open-Access und hohe wissenschaftliche Standards

Die im Rahmen eines standardisierten Peer-Review-Prozesses begutachteten Originalbeiträge, Reviews und Kurzmitteilungen werden online in englischer Sprache als Open Access erscheinen. Veröffentlicht werden sie unter einer Creative-Commons-Lizenz, wobei die Autorinnen und Autoren das Urheberrecht an ihren Beiträgen behalten. Das Zi fördert die Aufbauphase des Journals durch Übernahme der Publikationskosten und Artikelbearbeitungsgebühren für bis zu 30 Beiträge im Jahr. In diesem Rahmen fallen für Autorinnen und Autoren somit keine Article Processing Charges oder Gebühren an. Die Artikel werden frei und dauerhaft online zugänglich sein, ohne Abonnementgebühren oder Registrierungshürden.

„Wir nehmen qualifizierte Einreichungen laufend entgegen. Aktuell läuft der call for papers zu den Themenfeldern ‚Lessons of the Pandemic – How the pandemic affects our health care system’ und ‘The Future of Health Care Atlases’. Wir begrüßen fundierte Forschung, die sich direkt auf geografische Unterschiede in der Gesundheitsversorgung, Benchmarking auf der Grundlage von Best Practices sowie Verbesserungen im Gesundheitssystem bezieht und regionale Besonderheiten berücksichtigt. Wir sind darüber hinaus an Berichten über die Implementierung von einschlägigen gesundheitspolitischen Maßnahmen oder lokalen Initiativen zur Verbesserung der Patientenversorgung interessiert“, so von Stillfried.


Weitere Informationen

Der Innovationsausschuss des G-BA fördert regelmäßig Vorhaben der Versorgungsforschung.

Die nächsten Deadlines zur Einrichtung von Projektvorschlägen sind am 25.10.2022 und 27.09.2022.

Mehr zu den G-BA Ausschreibungen zur Versorgungsforschung finden Sie hier.