Hilfe für Geflüchtete, die an Ängsten, Traurigkeit oder Stress leiden

Forschende laden psychisch belastete, arabisch sprechende Eltern ein, an einer Kurzbehandlung beim Hausarzt teilzunehmen, die ihnen helfen soll, besser mit ihren Beschwerden umzugehen.

Geflüchtete leiden häufig unter psychischen Problemen. Belasteten Eltern zu helfen, damit ihre Kinder gesund aufwachsen können, ist Ziel der Studie „Improve Mental Health“.
© RUB, Marquard

Wer wegen eines Krieges aus seiner Heimat fliehen musste, hat viel Leid erlebt. Die psychische Gesundheit von geflüchteten Familien mit Kindern möchte ein Team um Prof. Dr. Silvia Schneider vom Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der RUB verbessern. Dafür suchen sie betroffene, arabisch sprechende Familien aus Bochum, Essen, München und Umgebung, die im Rahmen der Studie „Improve Mental Health“ an einer Kurzintervention teilnehmen möchten. Informationen gibt es auch auf Arabisch im Internet, per Mail und telefonisch (Kontaktdaten siehe Webseite). Die Studie läuft gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen und der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Arztpraxen und Geflüchtete gesucht

Ab sofort können sich Eltern anmelden, die sich durch Ängste, Traurigkeit oder Stress belastet fühlen und gern bei der Studie mitmachen möchten. Dafür müssen sie mindestens ein Kind im Alter von null bis sechs Jahren haben. Die Anmeldung wird noch über einen längeren Zeitraum möglich sein.

Hinter der Studie steht die Idee: Geht es den Eltern gut, geht es auch den Kindern gut.

Silvia Schneider

Auch arabisch sprechende Hausärzte, die gern beim Projekt mitmachen möchten, werden noch gesucht. Zur Vorbereitung erhalten Sie eine Schulung und engmaschige Begleitung durch das Studienteam. „Hinter der Studie steht die Idee: Geht es den Eltern gut, geht es auch den Kindern gut“, erläutert Silvia Schneider.

Was die Teilnehmenden erwartet

Bei dem Programm handelt es sich um psychologische Hilfen, die über den Hausarzt angeboten werden. „Das ist keine Psychotherapie“, verdeutlicht die Wissenschaftlerin und fügt hinzu: „Wir vermitteln den Eltern Grundlagen für die Verbesserung ihrer psychischen Gesundheit.“

Nach dem Zufallsprinzip erhalten die Mitwirkenden entweder die übliche Therapie durch ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin, wie eine medizinische Untersuchung und gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie oder eine Überweisung zu einem Facharzt. Oder sie bekommen in vier Terminen beim Hausarzt oder der Hausärztin Informationen über ihre psychischen Probleme, damit sie lernen, besser mit ihnen umzugehen.


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