Hamm-Lippstadt: Forschungsprojekt zu Patientenfragebögen „MIA-PROM“ an der HSHL gestartet

Mit dem Kick-off am 25. November ist das Verbundprojekt "Multimodale interaktive Assistenz zur digitalen Erhebung von Patient-Reported Outcome Measures" gestartet.

Prof. Dr.-Ing. Jan-Niklas Voigt-Antons.
© HSHL / Helen Sobiralski

An der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) ist mit dem Kick-off am 25. November 2022 das Verbundprojekt „Multimodale interaktive Assistenz zur digitalen Erhebung von Patient-Reported Outcome Measures“ kurz „MIA-PROM“ gestartet. Es soll helfen, klinik- und patientenseitige Hürden bei der Erhebung sogenannter „Patient-Reported Outcome Measures“ zu reduzieren. Grob übersetzt meint dieser Fachbegriff standardisierte Patientenfragebögen. Mit diesen können Patient:innen Angaben zu ihrem subjektiven Gesundheitszustand machen, auf deren Basis Aussagen zum Behandlungsverlauf oder -erfolg aus der Patientenperspektive möglich sind. PROMs nehmen in der aktuellen Diskussion einen zentralen Stellenwert bei der patientenzentrierten Transformation des Gesundheitswesen ein.

Das Projekt wird an der HSHL von Prof. Dr.-Ing. Jan-Niklas Voigt-Antons, Lehrgebiet Angewandte Informatik mit dem Schwerpunkt Immersive Medien, durchgeführt. Gefördert wird es im Programm „Miteinander durch Innovation: Forschungsprogramm Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit 206.000 Euro und einer Laufzeit bis 2025.

Das Gesamtziel des Verbundprojektes ist es, unter Zuhilfenahme von KI-Methoden ein multimodales, interaktives Assistenzsystem zur digitalen Erhebung von PROMs (Patient-Reported Outcome Measures) zu entwickeln, im klinischen Setting zu implementieren und zu evaluieren. Da PROM-Erhebungen immer relevanter werden, soll für klinische Settings ein technisches System entwickelt werden, das entweder Hürden bei bestehenden Untersuchungen reduziert oder es erleichtert, ein solches System überhaupt neu einzuführen.

Patienten erhalten Unterstützung beim Ausfüllen des Fragebogens

In dem angestrebten „Baseline Szenario“ wird die Erhebungssituation von einem Assistenzsystem begleitet und betreut. Dieses ist entweder physisch neben dem Erhebungsgerät oder auch nur virtuell auf demselben Display vorhanden und unterstützt Patienten beim Ausfüllen des PROMs Fragebogens bedarfsgerecht und barrierearm. Das System soll dabei nicht nur auf eine Verbesserung der Erhebung selbst, sondern auch auf eine Passung der technischen Schnittstellen sowie die organisationale Implementierung fokussieren bzw. damit auch die mögliche Verbreitung des Produktes sicherstellen.

Auf einer interaktionalen Ebene gilt es, die PROMs Erhebung durch zusätzliche Modalitäten barriereärmer zu gestalten. Das Assistenzsystem soll über sich selbst und die Potenziale der PROMs-Erhebung informieren und zur vollständigen Beantwortung aller Fragen motivieren. Darüber hinaus liegt patientenseitig ein besonderer Fokus auf der Reduktion der kognitiven Last – bspw. durch Adaption der Sprechgeschwindigkeit oder das Anbieten von Pausen. Dadurch sollen die Rücklaufquote und damit auch die Qualität der erhobenen Daten verbessert werden.

Auf einer organisationalen Ebene sollen sowohl die einfache Implementierung als auch die Alltagstauglichkeit und Bedienbarkeit durch das Klinikpersonal im Zentrum stehen. Zudem soll das System möglichst flexibel in bestehende Arbeitsprozesse und organisationale Kulturen integrierbar sein. Dabei kommen dem Schutz der Patient:innendaten sowie der Interoperabilität der Systemarchitektur besondere Relevanz zu.

Die weiteren Partner im Verbundprojekt sind die Hochschule für angewandte Wissenschaften München, die Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Technische Universität Berlin und die beiden Unternehmen Acalta GmbH und dexter health GmbH. Evaluiert wird das Assistenzsystem im Rehazentrum Seehof und im Zentrum für ambulante Rehabilitation Berlin.


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