Düsseldorf: Forschen gegen das Vergessen

In der Demenzforschung gibt es noch viele unbeantwortete Fragen. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative (AFI) fördert 12 neue Forschungsprojekte zu der Alzheimer-Krankheit und anderen Demenzen.

Eine Person sitzt an einem Tisch und hat vor sich ein Puzzle in Form eines Kopfes liegen, bei dem einige Puzzleteile noch daneben liegen.
Alzheimer und Demenz (Symbolbild).
© AdobeStock | LIGHTFIELD STUDIOS

Kann man den Verlauf der Alzheimer-Krankheit durch eine gesunde Lebensweise verlangsamen? Wie lässt sich eine Chronisch Traumatische Enzephalopathie sicher diagnostizieren? Welchen Einfluss hat die Darmgesundheit auf den Abbau von schädlichen Ablagerungen im Gehirn? Und wie verbreiten sich schädliche Tau-Ablagerungen im Gehirn?

In der Demenzforschung gibt es noch viele unbeantwortete Fragen. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative (AFI) fördert zwölf Forscherinnen und Forscher, die in ihren Projekten diesen und weiteren Fragen nach der Ursache, Diagnose, Prävention und Behandlung der Alzheimer-Krankheit und anderen Demenzen nachgehen. Insgesamt kann die AFI in dieser neuen Förderrunde vielversprechende Forschung an den Hochschul- und Institutsstandorten Berlin, Freiburg, Greifswald, Göttingen, Heidelberg, Kaiserslautern-Landau, Köln, Leipzig, Magdeburg und München mit insgesamt 1,6 Millionen Euro unterstützen.

Mit Lecanemab (Handelsname Leqembi) steht zwar ein neues Alzheimer-Medikament in Europa vermutlich kurz vor der Zulassung. Eine Heilung der Alzheimer-Krankheit ist aber trotzdem noch nicht in Sicht. Die genauen Ursachen und Krankheitsmechanismen sind bisher noch nicht abschließend geklärt. Auch über andere Formen der Demenz, wie beispielsweise die Chronisch Traumatische Enzephalopathie, fehlt noch wichtiges Grundlagenwissen.

Wir möchten mit unserer Forschungsförderung einen Beitrag leisten, um die Puzzleteile zu finden, die zum Gesamtverständnis der Alzheimer-Krankheit und anderer Demenzformen noch fehlen. Wir sind davon überzeugt, dass die Unterstützung der Grundlagenforschung der Schlüssel ist.
Dr. Linda Thienpont, Leiterin Wissenschaft bei der AFI

Prof. Dr. Henryk Barthel, Universitätsklinikum Leipzig:
Eine sichere Diagnose für die Chronisch Traumatische Enzephalopathie (CTE)

Dr. Melissa Birol, Max-Delbrück-Center Berlin:
Entschlüsselung von giftigen Tau-Fett-Ansammlungen im Alzheimer-Gehirn

Dr. Thomas Blank, Uniklinikum Freiburg:
Welchen Einfluss hat die Darmgesundheit auf den Abbau von schädlichen Ablagerungen im Gehirn?

Dr. Iris Blotenberg, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen Greifswald:
Kann der Lebensstil den Verlauf einer Demenz beeinflussen?

Dr. Simone Eggert, Max-Plank-Institut für Multidisziplinäre Wissenschaften Göttingen:
Untersuchung der gestörten Recyclingprozesse in der Nervenzelle

Dr. Nicolai Franzmeier, Klinikum der Universität München:
Was beschleunigt die Ausbreitung von Tau bei der Alzheimer-Krankheit?

Dr. Oliver Goldhardt, Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar:
Beschleunigen Herpes-Viren den Verlauf der Alzheimer-Krankheit?

Dr. Hannah Scheiblich, Max-Plank-Institut für Biologie des Alterns Köln:
Können Immunzellen giftige Tau-Ablagerungen rechtzeitig entfernen?

Dr. Michael Kreutz, Leibnitz Institut für Neurobiologie Magdeburg:
Kann der Wirkstoff Nitarsone synaptische Verbindungen bei Alzheimer erhalten?

Dr. Sandra Schilling, Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau:
Kann ein Hemmstoff die Bildung von schädlichem Beta-Amyloid reduzieren?

Dr. Hannah Stocker, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
Wie beeinflussen veränderbare und nicht veränderbare Risikofaktoren die Alzheimer-Biomarker im Blut?

Prof. Dr. Thomas Willnow, Max-Delbrück-Center Berlin:
Wie kann der Rezeptor SORCS2 vor Alzheimer schützen?




Weitere Informationen

Der Leuchtturm Alternsmedizin.NRW widmet sich der zentralen demographischen Herausforderung der Gesundheit im Lebensverlauf und im Alter.

Gleichzeitig dient der Leuchtturm als zentrale Plattform für Vernetzung und Austausch in NRW.

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