Bad Oeynhausen: Dr. Muhammed Gerçek erhält Förderung als Advanced Clinician Scientist

Durch die Forschungsförderung der Ruhr-Universität Bochum sollen herausragende Wissenschaftler:innen von klinischen Aufgaben freigestellt werden, um sich ihrer Forschung widmen zu können.

Dr. Muhammed Gerçek und Prof. Dr. Volker Rudolph freuen sich über die beachtliche Forschungsförderung durch die Ruhr-Universität Bochum.
© Tobias Pieper

Mit einem besonderen Forschungsstipendium über einen Zeitraum von drei Jahren hat die Ruhr-Universität Bochum (RUB) den Kardiologen und Wissenschaftler Dr. Muhammed Gerçek ausgezeichnet. Er forscht und arbeitet am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen. Dank dieser hohen Anerkennung für klinisch tätige Ärztinnen und Ärzte ist Dr. Gerçek in den kommenden 36 Monaten von seiner Tätigkeit in der Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Rudolph teilweise freigestellt, um seine Arbeit der Erforschung von Herzklappenerkrankungen widmen zu können.

Faszination für Kardiologie

Seine Faszination für die Kardiologie entdeckte Dr. Gerçek bereits während seines Medizinstudiums an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Seine Promotion über eine besondere Form der Herzmuskelschwäche, die sog. arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie, schloss er 2018 erfolgreich ab. Anschließend nahm er unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Rudolph seine Forschung zur kathetergestützten Behandlung der Mitral- und Trikuspidalklappe sowie zur Funktion und Geometrie des rechten Herzens auf. Hier erzielte er bereits beachtliche Ergebnisse zu den Auswirkungen auf unterschiedliche Behandlungsansätze. Eine erste Forschungsförderung erhielt Dr. Gerçek daraufhin von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

Unterstützt von der Deutschen Herzstiftung sammelte Dr. Muhammed Gerçek auch während eines einjährigen Forschungsaufenthalts am Bluhm Cardiovascular Institute der Feinberg School of Medicine (Northwestern University, Chicago, Illinois) Erfahrungen als Arbeitsgruppenleiter innerhalb eines internationalen Forschungsnetzwerks zu Herzklappenerkrankungen. Insbesondere ging es darum, bei Eingriffen am Herzen spezielle Kathetertechniken zu erlernen.

Forschungsstrukturen etablieren und ausbauen

„Herzklappenerkrankungen führen zu Veränderungen in der Strömungsmechanik des Blutes, die sich auf die Erkrankung und den weiteren Behandlungsverlauf auswirken können“, erläutert Dr. Muhammed Gerçek einen Ansatz seiner Forschungsaktivitäten. Hier gelte es nun, die entsprechenden Forschungsstrukturen zu etablieren und weiter auszubauen.

„Von den Ergebnissen werden unsere Patientinnen und Patienten in absehbarer Zeit profitieren“, betont Klinikdirektor Professor Dr. Volker Rudolph, für den die Auszeichnung durch das „Advanced Clinician Scientist Program“ der Ruhr-Universität Bochum auch eine ganz besondere Anerkennung der wissenschaftlichen Arbeit des kardiologischen Forschungsteams am HDZ NRW darstellt. „Wir sind alle sehr stolz und freuen uns für Herrn Dr. Gerçek.“

Clinician Scientist Programm

Die Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum bietet im Rahmen der intramuralen Forschungsförderung (FoRUM) ein Clinician Scientist-Programm mit verschiedenen Modulen an. Mit Hilfe dieser Fördermaßnahme sollen herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von klinischen Aufgaben freigestellt werden, um sich dem Fortschritt ihrer Forschungstätigkeiten widmen zu können. Dadurch können wissenschaftliche Arbeiten abgeschlossen und publiziert werden, die eine zeitnahe Habilitation, Bewerbung auf eine Juniorprofessur oder eine entsprechende Qualifikation für einen weiteren, wissenschaftlichen Karriereschritt ermöglichen. Aktuell stehen drei Programm-Module zur Verfügung:

  • Clinician Scientist für Ärztinnen und Ärzte zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn;
  • Female Clinician Scientist, das explizit zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses im Fachbereich Medizin dient;
  • Advanced Clinician Scientist für fortgeschrittene Ärztinnen und Ärzte zur Ermöglichung der Habilitation und Vertiefung ihrer Forschungsansätze.

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