Ziel: Die nachhaltige Verbesserung der Versorgung von Schlaganfall-Betroffenen durch ein sektorenübergreifendes Care und Case Management mit Hilfe von Schlaganfall-Lotsen.
Projektstart: 2017
Laufzeit: 4 Jahre
Förderung: Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesauschusses (Förderkennzeichen 01NVF17025)

© Besim Mazhiqi
Trotz großer Fortschritte in der Akutbehandlung des Schlaganfalls in den letzten Jahrzehnten fehlen weltweit patientenzentrierte, auf Evidenz basierende „Life after Stroke“- Care-Programme. Das vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geförderte Projekt „STROKE OWL“ hat das Ziel, die Versorgung von Schlaganfallbetroffenen durch eine flächendeckende Implementierung und Evaluation eines sektorenübergreifenden Versorgungsmanagements nach erfolgtem Schlaganfall zu verbessern.
Patienten sehen sich im Krankheitsverlauf mit verschiedensten Ansprechpartnern konfrontiert und sind mit der Komplexität und Unübersichtlichkeit des Gesundheitswesens wie auch mit dem Selbstmanagement ihrer Behandlung häufig überfordert. Für Schlaganfallpatient:innen und ihre Angehörigen stellt die Kombination der teils fehlenden Koordination und Kooperation an den Schnittstellen der Versorgungssektoren und zwischen den einzelnen Akteuren eine besondere Herausforderung dar.

© Mario Haase
Schlaganfall-Lotsen als Orientierungs- und Koordinationshilfe für die Patient:innen
Die Schlaganfall-Lotsen können hier sehr konkrete Hilfe und Unterstützung bieten. Sie nehmen die Patient:innen bereits auf der Spezialstation in das einjährige Betreuungsprogramm auf. Neben Information und Beratung werden auch die Behandlungen dokumentiert sowie notwendige Maßnahmen koordiniert. Das sind z. B. die Beantragung von Hilfsmitteln, die Suche nach einem Pflegedienst oder die notwendigen Umbaumaßnahmen zu Hause.
Schlaganfall-Lotsen agieren gleichsam als Avatar der Patienten – das macht sie so wirksam.

Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
© Jörg Sänger
Mit dem Care und Case Management durch Schlaganfall-Lotsen wird ein sektorenübergreifendes Versorgungsmodell eingeführt, welches geeignet ist, relevante Versorgungsdefizite zu identifizieren und die Versorgung bedarfsgerecht zu koordinieren. Im Ergebnis werden neben Gesundheitszielen (weniger Folgeerkrankungen) vor allem die Gesundheitskompetenz und die Teilhabe der Betroffenen verbessert. Ebenso verbessert sich die Abstimmung aller Beteiligten untereinander entlang der Versorgungskette.
In der Projektlaufzeit wurden mehr als 1500 Schlaganfallpatienten von 17 Lotsen in 7 teilnehmenden Schlaganfallstationen in OWL aufgenommen und jeweils ein Jahr lang betreut.
Die Begleitstudie wurde von der Universität Bielefeld durchgeführt.
Die Ampelkoalition hat auf Basis der Lotsenprojekte des Innovationsfonds die Einführung von Patientenlotsen als Ziel im Koalitionsvertrag beschlossen. Ebenso sollen laut Landesregierung NRW die Schlaganfall-Lotsen im Rahmen des zukünftigen Krankenhausplans berücksichtigt werden.
Koordination:
Stiftung Deutsche Schaganfall-Hilfe
Kontakt:
Dr. Georg Galle, Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

georg.galle@schlaganfall-hilfe.de
Konsortialpartner:
Brinkmeier, M., Galle, G. (Hrsg.) (2021): Handbuch Schlaganfall-Lotsen
Brinkmeier, M. (2020): Vom Integrator der Versorgung zum Steuermann des Systems: Wie man mit Schlaganfall-Lotsen Innovationen triggert. In: Hahn, U. & Kurscheid, C. (Hrsg.), 2020
Galle, G., Brinkmeier, M. (2021): Mut zu echter Innovation: Die Einführung von Gesundheitslotsen in Deutschland. In: Engehausen, R., Scholz, S. (Hrsg.), 2020