Unikliniken Aachen und Hamburg bauen deutschlandweites Autopsie-Netzwerk im Kampf gegen Pandemien auf

Autopsien sind ein wichtiges Instrument zum Verständnis von Krankheiten, insbesondere von Infektionskrankheiten wie COVID-19. Um Kompetenzen zu bündeln, hat sich jetzt unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Uniklinik RWTH Aachen ein bundesweites Deutsches Forschungsnetzwerk Autopsien bei Pandemien (DEFEAT PANDEMIcs) gegründet.

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Der Aufbau des Autopsie-Netzwerkes wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit fast sieben Millionen Euro gefördert. Ziel der DEFEAT PANDEMIcs („Pandemien besiegen“) genannten Plattform ist es, bei Autopsien gewonnene Daten und Erkenntnisse für die Bewältigung der aktuellen Pandemie und künftiger Infektionsgeschehen zu nutzen.

„Um die derzeitige Pandemie aufzuarbeiten, auf eine mögliche zweite Welle vorbereitet zu sein und generell Strukturen zu schaffen, um für zukünftige Epidemien und Pandemien gewappnet zu sein, bedarf es eines nationalen Registers mit vielfältigen Daten aus Autopsien“, erklärt Prof. Dr. Peter Boor, Netzwerksprecher der Uniklinik RWTH Aachen. Hierfür sei eine systematische Analyse gesammelter Gewebe und Körperflüssigkeiten etwa in Form von virologischen, genomischen oder bildgebenden Untersuchungen notwendig. An der Uniklinik RWTH Aachen wurde bereits im April mit dem Aufbau eines deutschlandweiten Registers von COVID-19-Autopsien begonnen (wir berichteten); das neue Netzwerk DEFEAT PANDEMIcs kann somit auf bereits bestehende Netzwerkstrukturen zurückgreifen.

Das neue Forschungsprojekt wird vom BMBF im Rahmen des neuen Netzwerks Universitätsmedizin mit fast sieben Millionen Euro gefördert. Das Netzwerk hat zum Ziel, Maßnahmenpläne, Diagnostik- und Behandlungsstrategien möglichst aller deutschen Universitätskliniken zusammenzuführen und auszuwerten. Durch diese Bündelung der Kompetenzen und Ressourcen sollen Strukturen und Prozesse in den Kliniken geschaffen werden, die eine möglichst optimale Versorgung der COVID-19-Erkrankten sicherstellen. Dies dient auch dem Ziel, künftigen Krisensituationen schneller, schlagkräftiger und besser vorbereitet begegnen zu können.


Mehr Informationen

Zur Pressemitteilung der Uniklinik RWTH Aachen.

Zur Webseite des Netzwerk Universitätsmedizin.