Studie der Universität Bonn zum Entscheidungsverhalten

Aus der Aktivität einzelner Nervenzellen im Gehirn lässt sich ablesen, wie sicher wir bei einer Entscheidung sind. Das zeigt eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern am Universitätsklinikum Bonn.

Prof. Dr. Dr. Florian Mormann

Prof. Dr. Dr. Florian Mormann von der Bonner Uniklinik für Epileptologie

 Rolf Müller/UKB

Wir müssen tagtäglich Entscheidungen treffen, und bei manchen von ihnen sind wir viel sicherer als bei anderen. Die Forscher am Universitätsklinikum Bonn haben nun Nervenzellen im Gehirn identifiziert, an deren Aktivität sich die Entscheidungs-Sicherheit ablesen lässt.

Es ist das erste Mal, dass ein solcher Zusammenhang zwischen Aktivität und Entscheidungssicherheit gefunden wurde. Die betroffenen Neurone befinden sich in einer Hirnregion, die unter anderem bei Gedächtnis-Vorgängen eine Rolle spielt. „Möglicherweise ist es so, dass wir nicht nur abspeichern, welche Entscheidung wir getroffen haben, sondern auch, wie sicher wir dabei waren“, spekuliert Prof. Dr. Dr. Florian Mormann von der Klinik für Epileptologie. „Vielleicht bewahrt uns ein solcher Lernvorgang vor künftigen Fehlentscheidungen.“
Ursprünglich waren die Forscher der Universität Bonn auf der Suche nach einem ganz anderen Phänomen: Wenn wir eine Entscheidung treffen, weisen wir jeder der Alternativen einen subjektiven Wert zu. „Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass sich auch diese subjektive Wertigkeit in der Aktivität einzelner Neuronen widerspiegelt“, sagt Mormann. „Dass wir stattdessen aber auf diesen Zusammenhang zwischen Feuerverhalten und Entscheidungssicherheit gestoßen sind, hat uns selber überrascht.“

Die Resultate sind in der Fachzeitschrift Current Biology erschienen.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung der Universität Bonn