Schwerpunktprogramm zum molekularen maschinellen Lernen

Die DFG hat ein neues Schwerpunktprogramm bewilligt, das von der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster koordiniert wird und an dem die Universität Bonn beteiligt ist.

Portrait Prof. Dr. Frank Glorius, WWU Münster

Prof. Dr. Frank Glorius vom Organisch-Chemischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Peter Dziemba

Der Fokus des Vorhabens liegt auf molekularen Problemstellungen wie beispielsweise der Vorhersage von chemischen Reaktionen oder der Erschließung neuer Algorithmen für die Modellierung molekularer Eigenschaften. Dabei sollen Werkzeuge entwickelt werden, die einerseits dabei helfen, molekulare Zusammenhänge zu verstehen (ExAI, „erklärbare künstliche Intelligenz“), und die andererseits molekulare Verhaltensweisen so modellieren, dass sie Laborchemiker bei ihrer alltäglichen Arbeit unterstützen. Langfristig besteht das Ziel darin, künstliche Intelligenz so einzusetzen, dass sie einfache Aufgaben automatisch und nachvollziehbar bearbeitet, um dabei die Entwicklung von Analysemethoden, neuen Reaktionen oder Medikamenten zu beschleunigen.

Ein Kernziel dieses Programms ist die Zusammenarbeit und Vernetzung. „Wir haben bereits im Jahr 2020 damit angefangen, die damit befassten Wissenschaftler zusammenzubringen und haben dabei viel positive Resonanz bekommen. Nun möchten wir das Programm nutzen, um diesem wichtigen Zukunftsthema einen Schub nach vorne zu geben“, sagt Frank Glorius.

Frank Glorius startete die Zusammenarbeit mit seinen Co-Initiatoren Prof. Dr. Jürgen Bajorath (B-IT, LIMES Institut, Universität Bonn) und Prof. Dr. Karsten Reuter (Fritz-Haber-Institut, Berlin). Sie vertreten drei Kerngebiete des interdisziplinären Sonderforschungsprogramms – Molekül- und Wirkstoffentwicklung, Experimental- und Theoretische Chemie.

Hintergrund: Schwerpunktprogramme (SPP)

In Schwerpunktprogrammen untersuchen Forscher die wissenschaftlichen Grundlagen besonders aktueller oder sich gerade bildender Forschungsgebiete. Alle Programme sind stark interdisziplinär ausgerichtet und zeichnen sich durch den Einsatz innovativer Methoden aus. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist ein zentrales Element der SPP, darüber hinaus weisen alle neuen Verbünde ein Gleichstellungskonzept auf. Die DFG fördert die Programme in der Regel über sechs Jahre.

Weiterführende Informationen

Meldung der Universität Bonn vom 30.03.2021

Meldung der WWU Münster vom 29.03.2021

Meldung der DFG vom 29.03.2021

Prof. Dr. Frank Glorius, WWU Münster