Ruhr-Konferenz: Aufbau von vier „Research Departments“ der Universitätsallianz Ruhr

Gemeinsame Forschungszentren der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen sollen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Wissenschaftsregion Ruhrgebiet stärken.

Portrait Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen

Ministerin Pfeiffer-Poensgen: Die internationale Strahlkraft des Ruhrgebiets als exzellenter Wissenschaftsregion auf ein neues Niveau heben.

Bettina Engel-Albustin / MKW 2017

Das Landeskabinett hat den Aufbau von zunächst vier gemeinsamen „Research Departments“ der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen beschlossen. Damit fördert die Landesregierung im Rahmen der Ruhr-Konferenz den strukturellen und dauerhaften Aufbau neuer und innovativer Forschungszentren der drei Hochschulen in der Universitätsallianz Ruhr. Ein vom Wissenschaftsrat zusammengestelltes Expertenteam hatte zuvor die hohe wissenschaftliche Qualität sowie den großen Mehrwert des gemeinsamen Vorhabens der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen für die Wissenschaftsregion Ruhrgebiet und darüber hinaus bestätigt.

Pfeiffer-Poensgen: Universitäre Spitzenforschung bündeln

„Mit dem Aufbau der Research Departments bündeln wir die universitäre Spitzenforschung der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen in zukunftsweisenden Forschungsfeldern wie Datenwissenschaften, Arzneimittelforschung oder der Entwicklung neuartiger Energiesysteme. Damit wollen wir als Landesregierung die internationale Strahlkraft des Ruhrgebiets als exzellenter Wissenschaftsregion auf ein neues Niveau heben. In den 1960er Jahren hat die Gründung der Ruhrgebietsuniversitäten den Strukturwandel des Ruhrgebiets von der Industrie- zur Wissensgesellschaft entscheidend vorangetrieben. Auch heute müssen wir wieder ambitioniert denken, um die nächste Stufe bei Exzellenz und internationaler Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen,“ so Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

75 Millionen Euro bis 2024

Mit dem Aufbau der Research Departments will das Land Nordrhein-Westfalen einen hoch innovativen Universitätsverbund im Ruhrgebiet schaffen, der höchsten wissenschaftlichen Exzellenzkriterien genügt – gerade auch international. In den Research Departments bündeln die drei Universitäten ihre Forschungsaktivitäten in den Bereichen, in denen sie bereits heute eine wissenschaftliche Spitzenposition innehaben. Herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der drei Universitäten werden dort zusammenarbeiten, um gemeinsam wissenschaftliche Beiträge zur Lösung wichtiger Zukunftsthemen zu entwickeln. Ziel ist, die internationale Sichtbarkeit des Ruhrgebiets als Wissenschaftsregion zu erhöhen, vielversprechende Wissenschaftler und Studierende anzuziehen sowie zur erfolgreichen Gestaltung des Strukturwandels in der Region beizutragen.

Zu diesem Zweck stellt das Land bis 2024 Mittel von bis zu 75 Millionen Euro zur Verfügung. Der Vollausbau der Einrichtungen wird zum Jahr 2025 angestrebt.

Naturwissenschaftliche Themen im Fokus

Bei den vier gemeinsamen Research Departments der Universitätsallianz Ruhr werden naturwissenschaftliche Themenbereiche im Fokus stehen. Geplant sind Departments zu den Themen „Chemical Science and Sustainabilty“ (Entwicklung langlebiger umweltschonender Produkte), „Trustworthy Data Science and Security“ (Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit datenintensiver Technologien) sowie „Future Energy Materials and Systems“ (neue Materialien zur Energieträgererzeugung, Energiekonversion, -speicherung und -transport). Auch ein Research Department „One Health“ an der Schnittstelle von medizinischer und ökologischer Forschung ist vorgesehen.
 
Daneben wird ein „College for Social Science and Humanities“ entstehen, das die internationale Sichtbarkeit der geistes- und Sozialwissenschaften der drei Universitäten erhöhen soll. Damit verbunden ist der Aufbau eines sogenannten Fellow-Systems, in dessen Rahmen internationale Gastforscherinnen und -forscher für einen begrenzten Zeitraum an den Lehrstuhl eingeladen werden sollen.
 
In der Universitätsallianz Ruhr arbeiten die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen seit dem Jahr 2007 eng zusammen.

Hintergrund: die Ruhr-Konferenz

Die Ruhr-Konferenz ist eine umfassende Initiative der Landesregierung, um die Metropole Ruhr als wirtschaftlich starke und lebenswerte Zukunftsregion für alle Menschen zu gestalten. Der Prozess ist von Beginn an auf breite Beteiligung und das Engagement von Menschen und Partnern aus allen gesellschaftlichen Bereichen angelegt. Auf fünf zentralen Handlungsfeldern werden wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Chancenregion gesetzt: Vernetzte Mobilität – kurze Wege; Erfolgreiche Wirtschaft – gute Arbeit; Gelebte Vielfalt – starker Zusammenhalt; Sichere Energie – gesunde Umwelt sowie Beste Bildung – exzellente Forschung.

Die Umsetzung der 73 in den Themenforen erarbeiteten und von der Landesregierung beschlossenen Projekte hat Anfang 2020 begonnen. In den kommenden Jahren werden weitere Vorhaben und Ideen von Partnern wie Kommunen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern oder Unternehmen unter dem Dach der Ruhr-Konferenz diese Impulse verstärken und die Entwicklung der Chancenregion Ruhr unterstützen.

Weiterführende Informationen

Meldung der Landesregierung vom 17.03.2021

Weitere Informationen zur Ruhr-Konferenz

Projekte der Ruhr-Konferenz