Mülheim an der Ruhr: Induktions-Tomografie – neue Möglichkeiten für Medizin und Sicherheit

Das Land NRW stärkt interdisziplinäre Forschungskooperationen an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Insgesamt 13 Projekte werden im Programm „Fokus Forschung HAW-Kooperation“ gefördert. Eines davon ist das Projekt „INDIGO-M“ der Institute Naturwissenschaften und Mess- und Sensortechnik mit den Professor:innen Dr. Miriam Primbs, Dr. Dirk Rüter und Dr. Andreas Sauer. Das Projektteam INDIGO-M entwickelt nun mathematische Algorithmen für die neuartige Technik zur schonenden und schnellen Körperdurchleuchtung mit schwachen Magnetfeldern.

Bildgebende Verfahren

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Bildgebende Verfahren zur medizinischen Anamnese, z. B. von erkrankten Organen, gibt es seit vielen Jahren: Röntgenstrahlung, Ultraschall, der Magnetresonanztomographie (MRT). Ihre bekannten Nachteile, wie Strahlenbelastung, hoher Zeitaufwand, Hautkontakt, unbequeme Liegefläche, treten oft noch in den Hintergrund.

Das grundlegende Ziel des Projekts ist der Funktionsnachweis einer neuartigen Ganzkörperbildgebung mit harmloser und schneller Magnetfeldtechnologie. INDIGO-M geht diesen Weg konsequent weiter durch den konzentrierten Einsatz mathematischer Expertise. Es ergibt sich die interessante interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Gebieten Elektrotechnik, Mechatronik, biomedizinische Bildgebung und Mathematik.

Das Team erhofft sich eine wesentliche Beschleunigung der Bildberechnung und Verbesserung der Bildqualität, um mit einfacher und kostengünstiger Technik Auffälligkeiten, z. B. in der Lunge, zu erkennen. Durch die theoretische Betrachtung des technischen Aufbaus erwartet das Team, Rückschlüsse auf dessen Optimierungspotential zu erhalten.

Die Technik dient der Bildgebung in der Biomedizin, z. B. Schlaganfalldiagnostik und Lungendiagnostik. Doch auch Anwendungen in der Sicherheitstechnik sind möglich: Die Strahlenunschädlichkeit und prinzipiell verbleibende Bildunschärfe des schnell und bequem durchführbaren Verfahrens wahrt die körperliche Unversehrtheit und die Intimsphäre der untersuchten Person, erlaubt aber trotzdem das Aufspüren von inkorporierten Gefahrstoffen im Körperinneren auch bei vollständig bekleideten Personen. Das Projekt wird mit 230.000 Euro mindestens zwei Jahre gefördert.

Geplant sind neben Promotionen und wissenschaftlichen Publikationen auch Abschlussarbeiten in den Studiengängen Elektrotechnik, Gesundheits- und Medizintechnologien und Systemtechnik. „Wir planen über die Projektlaufzeit hinaus, insbesondere Projekte zur Umsetzung in der Praxis und streben einen weiteren Forschungsschwerpunkt in unserem Fachbereich an“, erklärt Prof. Dr. Andreas Sauer.


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