DFG gibt neue Sonderforschungsbereiche bekannt

Zwei neue Sonderforschungsbereiche mit Medizinbezug kommen nach NRW: Der SFB/Transregio „Braunes und beiges Fett – Organinteraktionen, Signalwege und Energiehaushalt (BATenergy)“ wird an der Universität Bonn eingerichtet, der SFB „Aufklärung und Targeting pathogener Mechanismen bei B-Zell-Neoplasien“ an der Universität zu Köln. Verlängert wurde der SFB/Transregio „Mechanismen kardiovaskulärer Komplikationen bei chronischer Niereninsuffizienz“ der RWTH Aachen.

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Deutsche Forschungsgemeinschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung der Spitzenforschung an den Hochschulen 14 neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Dies beschloss der zuständige Bewilligungsausschuss, der per Videokonferenz tagte. Die neuen SFB werden ab dem 1. Januar 2022 zunächst vier Jahre lang mit insgesamt rund 141 Millionen Euro gefördert. Darin enthalten ist eine 22-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten aus den Projekten. Zwei der neuen Verbünde sind SFB/Transregio (TRR), die sich auf mehrere antragstellende Hochschulen verteilen.

Zusätzlich zu den 14 Einrichtungen stimmte der Bewilligungsausschuss für die Verlängerung von 20 SFB um je eine weitere Förderperiode, darunter zehn SFB/Transregio.

Sonderforschungsbereiche ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben im Verbund und sollen damit der Schwerpunkt- und Strukturbildung an den antragstellenden Hochschulen dienen. SFB werden maximal zwölf Jahre gefördert. Ab Januar 2022 fördert die DFG insgesamt 279 SFB.

Unter den 14 neuen SFB sind zwei aus NRW mit dabei, die einen Bezug zur Medizin- und Gesundheitsforschung haben:

SFB/Transregio „Braunes und beiges Fett – Organinteraktionen, Signalwege und Energiehaushalt (BATenergy)“

Universität Bonn / Universität Hamburg / TU München

Weltweit leiden insbesondere in den westlichen Industrienationen rund drei Milliarden Menschen an Übergewicht und Fettleibigkeit. Dies führt zu Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Seit Kurzem ist bekannt, dass das thermogene Fettgewebe, aus braunem und beigem Fettgewebe bestehend, wichtig für das Gleichgewicht des Energiestoffwechsels ist – nicht aber, wie die Mechanismen der Aktivierung und Regulation im Einzelnen funktionieren. Der SFB/Transregio „Braunes und beiges Fett – Organinteraktionen, Signalwege und Energiehaushalt (BATenergy)“ will hierüber ein übergreifendes Verständnis erlangen, um die Ursachen für die Übergewichtigkeit zu verstehen und Behandlungsmethoden zu entwickeln. (Universität Bonn, Sprecher: Professor Dr. Alexander Pfeifer; ebenfalls antragstellend: Universität Hamburg, TU München)

SFB „Aufklärung und Targeting pathogener Mechanismen bei B-Zell-Neoplasien“

Universität zu Köln

Etwa 4 Prozent der Krebspatienten in Deutschland leiden an bösartigen Neubildungen, sogenannten Neoplasien, der B-Zellen, einem wichtigen Bestandteil des Immunsystems. Der Sonderforschungsbereich „Aufklärung und Targeting pathogener Mechanismen bei B-Zell-Neoplasien“ will die Therapiechancen von Patientinnen und Patienten mit dieser Krebsart verbessern. Dies soll durch die effiziente Unterbrechung onkogener Signalwege der Lymphomzelle, also der Tumorzelle, und die spezifische Modulation der Lymphom-Mikroumgebung erreicht werden. Zu diesem Zweck will der Verbund wesentliche Aspekte der Lymphom-Biologie erforschen. (Universität zu Köln, Sprecher: Professor Dr. Michael Hallek)

verlängert wurde:

SFB/Transregio „Mechanismen kardiovaskulärer Komplikationen bei chronischer Niereninsuffizienz“ (RWTH Aachen, Sprecher: Professor Dr. Joachim Jankowski; ebenfalls antragstellend: Universität Saarbrücken)

Weitere Informationen

Alle neuen und verlängerten SFB sind in der Pressemeldung der DFG zu finden.