Bochum: Neue Studie zum Mechanismus von Antibiotikaresistenzen veröffentlicht

Das untersuchte Bakterium Pseudomonas aeruginosa ist resistent gegen alle Antibiotika, die auf dem Markt sind. Neue Therapieansätze sind daher dringend erforderlich. Dazu muss man zunächst verstehen, wie der Keim auf Wirkstoffe reagiert.

Photo_Prof. Dr. Julia Bandow

Das Team um Prof. Dr. Julia Bandow (im Bild) sucht nach Ansatzpunkten zur Entwicklung neuer Antibiotika.

RUB, Marquard

Wie verschiedene Arzneistoffe auf das Problembakterium Pseudomonas aeruginosa wirken, haben Forschende der Ruhr-Universität Bochum (RUB) untersucht. Laut Weltgesundheitsorganisation werden dringend neue Therapieoptionen für den Krankheitserreger benötigt, da einige Stämme bereits resistent gegen alle derzeit zugelassenen Antibiotika sind. Das Bochumer Team um Prof. Dr. Julia Bandow behandelte P. aeruginosa mit verschiedenen Substanzen und beobachtete deren Effekte auf die Proteinausstattung der Bakterien, auch Proteom genannt. Aus den Ergebnissen können die Forschenden zum einen schließen, wie Resistenzen zustande kommen; zum anderen ergeben sich neue Ansätze für die Suche nach Wirkstoffen gegen den Problemkeim. Das RUB-Team beschreibt die Analysen gemeinsam mit einer Gruppe der US-amerikanischen Duke University in „Antimicrobial Agents and Chemotherapy“, einem Journal der American Society for Microbiology, online veröffentlicht am 8. November 2021.

Bakterien werden häufig in die beiden Gruppen Gram-positiv und Gram-negativ eingeteilt, je nachdem wie sie auf ein bestimmtes Färbeverfahren, die Gram-Färbung, reagieren. „Pseudomonas aeruginosa ist der Gram-negative Problemkeim schlechthin“, sagt Julia Bandow, Leiterin der RUB-Arbeitsgruppe Angewandte Mikrobiologie. Patientinnen und Patienten können sich beispielsweise in Krankenhäusern mit dem Keim infizieren; er löst Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen aus, die tödlich sein können. „Einige Eigenschaften der Gram-negativen Bakterien könnten attraktive Angriffsmöglichkeiten für Antibiotika bieten“, so Bandow. „Speziell danach suchen wir.“

Weitere Informationen

Pressemeldung der Universität Bochum in voller Länge

Orginalveröffentlichung: DOI: 10.1128/AAC.00878-21