Bochum: Nahrungsergänzung gegen Nervenerkrankungen

Eine Studie soll zeigen, ob die Einnahme einer Fettsäure die Nervenerkrankung CIDP positiv beeinflussen kann. Bei Multipler Sklerose ist das der Fall.

Nahrungsergänzungsmittel könnten ein Weg sein, bei bestimmten Nervenerkrankungen zu helfen.

Nahrungsergänzungsmittel könnten ein Weg sein, bei bestimmten Nervenerkrankungen zu helfen.

RUB, Marquard

Ähnlich wie bei Multipler Sklerose (MS) greift das Immunsystem bei der chronisch-entzündlichen demyelinisierenden Polyneuropathie, kurz CIDP, die Isolierschicht der Nervenzellen an. Das führt zu fortschreitender Schwäche und Missempfindungen. „Das Ausmaß autoimmuner Entzündungen wird vom Immunsystem des Verdauungstrakts und der Gemeinschaft der im Darm lebenden Bakterien, dem Mikrobiom, bestimmt“, erklärt Dr. Anna Fisse aus der Neurologischen Universitätsklinik der RUB im St. Josef Hospital. Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf das Mikrobiom. Ob die Einnahme von Propionsäure den Verlauf der CIDP ebenso wie bei MS verbessern kann, soll eine Studie zeigen, die Anfang 2022 startet.

In einer vorangegangenen Studie konnte das Team der RUB-Medizin belegen, dass die Einnahme der kurzkettigen Fettsäure Propionsäure den Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) positiv beeinflusst. Die aktuelle Studie soll zeigen, ob die Propionsäure auch bei der CIDP diese immunmodulatorische Wirkung hat. Sollte sich bestätigen, dass Propionsäure eine klinisch relevante immunmodulatorischen Wirkung bei CIDP hat, könnte man Betroffenen zusätzlich zur Standardtherapie eine Nahrungsergänzung mit Propionsäure empfehlen.


Weitee Informationen

Zur Pressemitteilung der RUB.