BioV²alve - Biohybride Venenklappen zur minimal-invasiven Therapie der chronischen venösen Insuffizienz

BioV²alve ist eine interdisziplinäres Forschungsprojekt, welches in enger Zusammenarbeit von Industrie und Forschung ein neuartiges teilresorbierbares Venenklappenimplantat entwickelt, um die Behandlung von chronisch venöser Insuffizienz zu ermöglichen.

Ziele und Produkte:

Biologische Rekonstruktion der Venenklappenfunktion durch ein biohybrides, textilbewehrtes, minimal-invasiv implantierbares Device.

Projektstart: 01.02.2019
Laufzeit: 3 Jahre
Förderung: Leitmarkt LifeSciences.NRW

Die chronisch venöse Insuffizienz (CVI) der Beine ist eine der häufigsten Krankheiten bei Erwachsenen in der westlichen Bevölkerung mit beträchtlicher sozioökonomischer Bedeutung. Durch die Insuffizienz der Venenklappen ist der Rückfluss des Bluts zum Herzen gestört und es kommt zu einem lokalen Überdruck im venösen System der Beine. Die aktuellen Therapien sind v.a. symptomatisch. Für eine ursächliche Behandlung wäre ein Ersatz der defekten Venenklappen nötig. Dazu gibt es bereits verschiedene Forschungsansätze, aber bislang kein in der Klinik einsatzfähiges Produkt.

Das Ziel des BioV²alve-Projektes ist die biologische Rekonstruktion der Venenklappenfunktion durch ein biohybrides, textilbewehrtes, minimal-invasiv implantierbares Device.

Schema BioV2alve-Projekt

Mit Hilfe einer Gerüststruktur kann die biohybride Venenklappe zunächst wie ein Stent fest verankert werden. Anschließend verwächst sie aufgrund einer besonderen Beschichtung fest mit dem umliegenden Gewebe, während gleichzeitig die Gerüststruktur abgebaut wird.

Meotec GmbH

Der innovative Ansatz des BioV²alve Projektes besteht aus einem degradierbaren, geflochtenen Magnesiumstent, welcher zur initialen Verankerung des Implantates in der Beinvene dient. Die künstliche Venenklappe wird aus einer gewirkten Textilbewehrung mit einer Hydrogelbeschichtung gebildet. Diese fördert die Zelladhäsion und das Einwachsen der Klappenstruktur in die Venenwand.  Darüber hinaus wird innerhalb des Projektes ein geeignetes Kathetersystem für die minimal-invasive Implantation entwickelt.


„Das Besondere an der BioV²alve Venenklappe ist der biohybride Ansatz: Die Struktur passt sich durch eine Kombination von abbaubaren Elementen und besonderen Beschichtungen optimal an die Vene an. Davon erhoffen wir uns eine optimale Funktionsfähigkeit bei minimalen Nebenwirkungen.“
Dr. Ing. Alexander Kopp, Koordinator des BioV²alve-Projektes.


Das Konsortium des Projektes ist aus Partnern entlang der Wertschöpfungskette zusammengesetzt und besteht aus drei akademischen Partnern und zwei Unternehmen. Die Meotec GmbH verfügt über die Expertise in der Entwicklung spezialisierter Magnesiumlegierungen, sowie der Weiterverarbeitung zu verschiedenen Drahtstärken. Das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University bildet die Entwicklung der Stentstruktur, sowie der textilen Bewehrung der Klappenstruktur ab. Das Institut für Angewandte Medizintechnik der RWTH Aachen University behandelt die Biologisierung der Klappenstruktur, sowie die Testung in einem geeigneten Bioreaktorsystem. Die Innovative Tomography Products GmbH entwickelt ein neuartiges Kathetersystem für die Implantation der künstlichen Venenklappe. Abschließend führt die Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Aachen die präklinische Validierung durch.